Fahrzeuge und Freiwillige fehlen

Wie gut sind die Feuerwehren in RLP auf Waldbrände vorbereitet?

Große Waldbrände kennt man vor allem aus Griechenland oder Kalifornien. Aber auch in Rheinland-Pfalz nimmt die Waldbrandgefahr wegen des Klimawandels zu. Die Feuerwehren sind darauf aber nur bedingt eingestellt.

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Von Autor/in Christina Fleischanderl, Tanja Maurer

Die Temperaturen klettern weit über die 30-Grad-Marke, ganze Landstriche verdursten regelrecht. Der Klimawandel sorgt dafür, dass solche Extremwetterlagen künftig in Rheinland-Pfalz noch häufiger auftreten. Mit der anhaltenden Trockenheit wächst auch die Gefahr von Waldbränden – und stellt Feuerwehren im Land vor große Herausforderungen.

Rheinland-Pfalz

Aktuelle Gefahrenstufe in Rheinland-Pfalz Waldbrandgefahr in Ihrer Region

Im Sommer kommt es oft zu Waldbränden. Hier sehen Sie, wie hoch die Waldbrandgefahr aktuell bei Ihnen ist und welche Regeln Sie einhalten sollten, um einen Ausbruch zu verhindern. 

"Feuerwehren müssen noch weiter ausgestattet werden, um die Herausforderungen, die da auf uns zukommen, zu meistern", sagt Frank Hachemer. Er ist der Präsident des Landesfeuerwehrverbands. Zwar sei in den vergangenen Jahren bereits einiges verbessert worden, doch für den Ernstfall seien nicht alle Feuerwehren optimal vorbereitet. "Es passiert zum Glück einiges, aber es braucht noch mehr Ausstattung für die Feuerwehren vor Ort."

Im Pfälzerwald bei Bad Dürkheim ist es zurzeit sehr trocken. Es gilt die zweithöchste Waldbrandgefahr.
Im Pfälzerwald bei Bad Dürkheim ist es zurzeit sehr trocken. Es gilt die zweithöchste Waldbrandgefahr.

Waldbrandgefahr: Feuerwehren in RLP brauchen mehr Fahrzeuge

Manchen Feuerwehren in Rheinland-Pfalz fehlt es oft noch an wichtigen Einsatzfahrzeugen, um bei einem Waldbrand schnell und effektiv reagieren zu können. Das Schwierige für die Feuerwehren ist laut Frank Hachemer nämlich folgendes: Bisher waren sie auf Brände in Gebäuden spezialisiert. Jetzt versuchen sich viele umzuorientieren auf Waldbrände.

Es passiert zum Glück einiges, aber es braucht noch mehr Ausstattung für die Feuerwehren vor Ort.

Für Waldbrände braucht es mehr Fahrzeuge, die im Gelände nah ans Feuer rankommen. Da sei in den vergangenen Jahren auch einiges passiert. Es dauere aber, bis diese Fahrzeuge bei den Feuerwehren ankommen. Die Gründe hierfür seien unterschiedlich.

Klamme Kommunen - Fachkräftemangel bei Fahrzeugherstellern

Unter anderem gebe es Engpässe bei den Fahrzeuglieferungen, weil Herstellern die Fachkräfte fehlen. Außerdem hätten viele Kommunen oft nicht das Geld, sich diese speziellen Einsatzfahrzeuge zu kaufen. Das Land hat geländegängige Tanklöschfahrzeuge angeschafft, die auf die Leitstellen im Land verteilt sind. Diese Fahrzeuge würden im Falle eines Waldbrandes dann auch für die Feuerwehren vor Ort bereitstehen, sagt Hachemer.

Brände aus der Luft bekämpfen in RLP? Nur mit Unterstützung

"Die Feuerwehr selbst besitzt ja keine Hubschrauber oder Flugzeuge in RLP", erklärt Hachemer. Da müsse man gemeinsam mit der Polizei oder auch mit der Bundeswehr zusammenarbeiten. Das sei auch geregelt. Die Hubschrauber der Polizei seien in der Lage, größere Löschwasserbehälter zu transportieren und einzusetzen.

Ein anderes Problem für die Feuerwehren ist allerdings oft, dass dort, wo gelöscht werden muss, nicht genug Löschwasser vorhanden ist. Deshalb wird im Pfälzerwald für den Ernstfall vorgesorgt.

Löschwassercontainer im Einsatz gegen Waldbrandgefahr

Zum zweiten Mal schon setzt das Forstamt Bad Dürkheim gemeinsam mit der Feuerwehr Löschwassercontainer ein. Mit einem Lkw wurden die zwei Tanklader am Dienstag mitten in den Wald gefahren. Sie enthalten jeweils 26.000 Liter Wasser - also fünf Mal so viel, wie ein Feuerwehrlöschfahrzeug.

Diese zwei Container helfen der Feuerwehr, wenn es brennt. Denn an manchen Stellen im Pfälzerwald gibt es kaum Weiher und Wasserzugänge in der Nähe. Zeit, die die Feuerwehr nicht hat, weiß der technische Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Bad Dürkheim, Thorsten Schacht: "Als Erstmaßnahme können wir dann diesen Container anfahren, bis mehr Feuerwehrkräfte und Löschfahrzeuge da sind, die dann an die großen Weiher fahren und das Löschwasser nachfüllen können."

Zwei solcher Löschwasser-Container stehen jetzt an zwei Stellen mitten im Pfälzerwald im Forstamtsbereich Bad Dürkheim. Sie sollen bei Waldbränden helfen.
Zwei solcher Löschwasser-Container stehen jetzt an zwei Stellen mitten im Pfälzerwald im Forstamtsbereich Bad Dürkheim. Sie sollen bei Waldbränden helfen.

Freiwillige Feuerwehren in der Pfalz brauchen mehr Ehrenamtliche

Die Feuerwehr Bad Dürkheim sei gewappnet für Brände und zufrieden mit ihrer Ausstattung. Eine Sache fehle aber: "Wir brauchen mehr Ehrenamtliche", so Schacht. Denn es sind alles Ehrenamtliche, die im Falle eines Brandes nicht nur den Pfälzerwald vor Bränden schützen. "70 Ehrenamtliche bei 20.000 Einwohnern in Bad Dürkheim - das ist zu wenig", so der Feuerwehr-Chef, der der einzige ist, der sich auch hauptberuflich um die Technik kümmert. Was er sich noch für die nächsten Tage wünsche? "Regen - dass der Boden endlich wieder feucht wird."

Aktuell hohe Waldbrandgefahr in RLP

Die Waldbrandgefahr in Rheinland-Pfalz ist aufgrund der heißen Temperaturen und Trockenheit der vergangenen Tage derzeit hoch. Nicht nur die Feuerwehren, sondern auch die Forstämter in der Region sind deshalb in Alarmbereitschaft und haben den Wald in den kommenden Tagen ganz besonders im Blick. Hauke Beeck, der Leiter des Forstamts in Kaiserslautern, sagt: "Ich nehme die Situation als sehr angespannt war. Denn bei diesen Temperaturen reichen ja kleinste Funken."

Die meisten Waldbrände werden übrigens von Menschen verursacht. Waldbesucher sollten deshalb momentan besonders achtsam sein. Die Forstämter weisen nochmal darauf hin, dass Rauchen und Feuermachen im Wald grundsätzlich verboten ist. Manche Städte, wie zum Beispiel Pirmasens in der Südwestpfalz, haben aufgrund der trockenen Böden das Hantieren mit offenem Feuer im Stadtgebiet verboten. Ausgenommen davon sind Feuerstellen auf Privatgrundstücken - aber auch hier sollte man zurzeit vorsichtig sein.

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