SWR1: Es ist heiß, draußen ist alles trocken. Die Voraussetzungen für ein realistisches Training sind perfekt, oder?
Jonas Hahn: Das stimmt. Typischerweise kommt es an den heißesten Tagen zu Wald- und Vegetationsbränden. Genau das Szenario üben wir heute im Stadtgebiet Mainz.
So übt die Feuerwehr Mainz
SWR1: Wie müssen wir uns dieses Training vorstellen?
Hahn: Die praktische Übung sieht so aus, dass auf einem abgeernteten, gepflügten Feld, […] mit etwa 20.000 Quadratmetern in der Mitte ein Heuballen ausgebreitet wird.
Der wird kontrolliert zum Brennen gebracht, um da dann eben die verschiedenen Vorgehensweisen üben zu können.
Herausforderungen für die Feuerwehr bei einem Waldbrand
SWR1: Was sind die besonderen Herausforderungen bei einem Wald- oder Flächenbrand?
Hahn: Bei Flächenbränden ist, gerade im Bereich von abgeernteten Feldern, die Schwierigkeit, dass das Feuer sich meist sehr, sehr schnell ausbreitet. Als Einsatzkräfte müssen wir da schauen, dass wir uns nicht gefährden und unsere Fahrzeuge zum Beispiel nicht in Bereiche stellen, in denen es noch brennen könnte.
Aber auch diese schnelle Einsatzdynamik, wo wir eben gezielt und taktisch vorgehen müssen, dass wir das Feuer unter Kontrolle bekommen, ist eine Herausforderung.
SWR1: Bei so einem Wald- oder Flächenbrand ist wichtig, dass man das Wasser nicht so sinnlos "rausballert". Da muss man doch haushalten, oder?
Hahn: Genau! Wir haben für den Vegetationsbrand besondere Einsatzmittel. Die wurden in den letzten Jahren beschafft und sind mittlerweile ein fester Bestandteil auf allen Löschfahrzeugen der Feuerwehr Mainz.
Mit sogenannten D-Schläuchen, die sind vergleichbar dick wie bei einem Gartenschlauch, können wir einfach besser mit dem Wasser haushalten und effektiver sein.
Waldbrand Training auch im Nationalpark
Klimawandel: Mehr Einsätze auch für die Feuerwehr Mainz
SWR1: Hat sich Ihre Arbeit bei der Feuerwehr in den letzten Jahren durch den Klimawandel verändert? Müssen Sie öfter und mehr ausrücken wegen Folgen der Trockenheit, wegen Unwettern oder Waldbränden?
Hahn: Das kann man sagen, dass es in den letzten Jahren häufiger zu Wald- und Vegetationsbränden kommt. Insbesondere eben durch die Trockenheit.
Auch im Bereich Mainz, wo sich das Wasser wegen des sandigen Untergrundes nicht lange halten kann, kommt es häufiger zu Bränden.
SWR1: Das heißt Prävention und Sensibilisierung, damit erst gar kein Brand entsteht, ist wichtig. Also nicht rauchen und alles, was dazu gehört!
Hahn: Wichtig ist, dass hier alle mithelfen und zum Beispiel keine Zigaretten aus dem Auto werfen, oder das Grillen, das Lagerfeuer, das vielleicht erstmal schön aussieht, an solchen Tagen einfach sein lassen.
SWR1: Knapp 40 Grad sollen es heute werden. Haben Sie als Profi noch einen "Runterkühl-Tipp"?
Hahn: Bei uns gilt auch: Viel, viel trinken! Wasser ist da das beste Mittel. Das hilft nicht nur gegen Feuer, sondern auch gegen den Durst und die Hitze. [...]