Nach schwerer Sexualstraftat in Oberdürenbach

Knapp 1.500 Männer geben DNA-Probe in Niederzissen ab

Vor einem halben Jahr wurde ein siebenjähriges Mädchen in Oberdürenbach im Kreis Ahrweiler sexuell schwer misshandelt. Jetzt haben fast 1.500 Männer eine Speichelprobe abgegeben.

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Stand

Zuvor waren etwas über 2.000 Männer aus dem Umfeld von Oberdürenbach angeschrieben worden. Auf freiwilliger Basis sollten sie an diesem Wochenende in die Sporthalle in Niederzissen kommen, um dort ihre DNA zur Untersuchung freizugeben.

Täter hinterließ DNA-Spuren am Tatort in Oberdürenbach

Nach Angaben der zuständigen Staatsanwaltschaft Koblenz gibt es eine verwertbare DNA-Spur der Tat. Mit dieser können nun alle abgegebenen Proben verglichen werden. Zwar geht Staatsanwältin Anna Wopperer nicht davon aus, dass tatsächlich der Täter selbst gekommen ist, um seine Probe abzugeben - das sei aber auch nicht zwingend nötig.

Auch ein Vater, Bruder, Onkel oder Neffe kann identifiziert werden.

Denn mit der DNA könnten auch nähere Verwandte eindeutig zugewiesen werden. "Auch ein Vater, Bruder, Onkel oder Neffe kann identifiziert werden," sagte Anna Wopperer dem SWR. Das wäre dann die erste heiße Spur im Fall der schweren sexuellen Straftat. Eine ähnliche DNA-Untersuchung gab es zwar bereits im Herbst, aber nur in Oberdürenbach selbst und bei einem deutlich kleineren Personenkreis.

Mit diesem Schreiben informiert die Polizei die Menschen in Oberdürenbach.
Mit diesem Schreiben informiert die Polizei die Menschen in Oberdürenbach über die Befragungen und die Entnahme der DNA-Proben.

Ergebnisse der DNA-Untersuchungen in Niederzissen erst in einigen Wochen.

Die Kriminalpolizei Koblenz ist mit der Teilnahme bei der Aktion vom Wochenende grundsätzlich zufrieden. Bei knapp 1.500 Freiwilligen von über 2.000 zuvor angeschriebenen Männern bedeutet das aber auch, dass ein gutes Viertel nicht erschienen ist und auch keine Probe abgegeben hat.

Wer keine Probe abgegeben hat, gilt trotzdem nicht automatisch als verdächtig.

"Jeder, der jetzt bei der Aktion nicht dabei war, kann trotzdem noch im Nachhinein seine DNA-Probe abgeben," sagte Polizeisprecher Jürgen Fachinger am Sonntagabend dem SWR. "Wichtig ist und bleibt, dass die Abgabe vollkommen freiwillig ist. Wer keine Probe abgegeben hat, gilt trotzdem nicht automatisch als verdächtig."

Im letzten Sommer hatte ein junger Mann zwischen 30 und 35 Jahren ein siebenjähriges Mädchen an einem Sportplatz in Oberdürenbach angesprochen und zu einem nahen Reitplatz gelockt. Dort wurde die Tat nach aktuellem Ermittlungsstand begangen. Nach Aussagen des Opfers war er etwa 1,70 bis 1,80 groß, hatte eine helle Hautfarbe und dunkle, schwarze Haare, sowie einen Oberlippenbart.

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Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Christian Giese-Kessler
Portraitfoto von Reporter Christian Giese-Kessler aus dem SWR-Studio Koblenz in Rheinland-Pfalz.

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