Das Keramikmuseum in Höhr-Grenzhausen versteht sich als deutsche Sammlung für historische und zeitgenössische Keramik. Seine Ausstellung verteilt sich auf vier Ausstellungsebenen. Dabei hat es 1976 klein angefangen: in einer Schule. Doch dort reichte die Fläche schnell nicht mehr aus. 1982 wurde bereits der große Neubau eingeweiht.
Kunst, Handwerk und kulturelles Erbe des Westerwalds
Der Grundstock des Museum waren Exponate des Westerwälder Heimatmuseums. Schnell wurden die Ausstellungsstücke erweitert durch Ankäufe, Schenkungen und Leihgaben und das Museum gewann an Bedeutung.
Das Museum möchte von den Menschen im Westerwald und Rheinland-Pfalz als eine Drehschreibe für ihr kulturelles Erbe gesehen werden, so die Leiterin Nele van Wieringen: "Das Museum wurde von Anfang an international gedacht. Es wollte die internationale Kunstszene hier versammeln." So gebe es zum Beispiel auch Einzelausstellungen bekannter Keramikkünstler. Dadurch kämen Besucher aus der ganzen Welt nach Höhr-Grenzhausen ins Keramikmuseum.
Das Museum wurde von Anfang an international gedacht. Es wollte die internationale Kunstszene hier versammeln.
Internationaler Westerwaldpreis für hausragende keramische Arbeiten
Bereits 1973 wurde der Westerwaldpreis ins Leben gerufen. Mit ihm werden bedeutende keramische Arbeiten ausgezeichnet. Zunächst fand der Wettbewerb national statt. Seit 1999 wird der Preis allerdings europaweit ausgeschrieben. Laut Keramikmuseum wird damit der kulturelle Austausch innerhalb Europas gefördert. Diese internationale Strahlkraft wünscht sich van Wieringen auch weiter für die Zukunft des Museums.
Keramik-Hochburg Westerwald
Dass das Keramikmuseum ausgerechnet im Westerwald zu Hause ist, kommt nicht von ungefähr. Der Westerwald hat sich zu einem der wichtigsten Keramikzentren Europas entwickelt. Zu verdanken hat er das seinem sehr großen und qualitativ guten Ton-Vorkommen.
Deswegen gibt es hier eine sehr weit zurückgehende Handwerkstradition rund ums Töpfern und Steinzeug. So gehört die Töpfertradition im Kannenbäckerland seit zehn Jahren zum immateriellen Kulturerbe der Unesco. Auch die Hochschule Koblenz hat in Höhr-Grenzhausen einen eigenen Campus mit Studiengängen zur Künstlerischen Keramik und zur Werkstofftechnik Glas und Keramik.
Auch Industriekeramik wird im Keramikmuseum gewürdigt
Im Kannenbäckerland gibt es nicht nur zahlreiche traditionelle Töpfereien, es haben sich auch viele Industriebetriebe angesiedelt, die mit dem Werkstoff Keramik und Glas arbeiten. Die technische Keramik und Industriekeramik würdigt das Museum demnächst in seiner neu überarbeiteten Dauerausstellung, die am 18. März eröffnet wird.