In den vergangenen Monaten hätten sich die Menschen in Andernach vor allem wegen Ruhestörung, Vermüllung oder Graffitis und Sachbeschädigungen beschwert, berichtet der Leiter der Polizeiinspektion Andernach, Martin Hoch, dem SWR. Um schwere Straftaten sei es dagegen weniger gegangen. Trotzdem wolle man die Sorgen der Bürger ernstnehmen.
Mehr Polizeipräsenz und Kontakt zum Jugendamt
Aus diesem Grund haben die Stadt und die Polizei ein Konzept zur Verbesserung der öffentlichen Sicherheit entwickelt, wie die Stadt Andernach mitteilt. Das Konzept setze auf mehr Polizeipräsenz an bekannten Treffpunkten von Jugendlichen, verstärkte Kontrollen und eine enge Zusammenarbeit mit dem Jugendamt und mit Streetworkern. Ziel sei es, Straftaten frühzeitig zu verhindern und das Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken.
Öffentliche Sicherheit beschäftigt die Stadtratsfraktion der CDU
Auch die CDU-Stadtratsfraktion hat sich mit dem Thema "öffentliche Sicherheit" befasst. In einer nicht repräsentativen Umfrage will sie herausgefunden haben, dass sich viele Bürgerinnen und Bürger in bestimmten Bereichen und zu bestimmten Zeiten unsicher fühlen. Dies geht aus einer Pressemitteilung von Ende Februar 2025 hervor. Sie möchte auch Videoüberwachung an ausgewählten Plätzen prüfen lassen.
Laut Polizei keine wachsende Jugendkriminalität
Allerdings gibt es laut dem Leiter der Polizeiinspektion Andernach keine rechtliche Grundlage dafür. Entgegen der Wahrnehmung vieler Bürgerinnen und Bürger habe die Stadt kein wachsendes Problem mit Jugendkriminalität - im Gegenteil: Laut Hoch ist die Tendenz eher rückläufig. Er verweist auf die bald erscheinende aktuelle Statistik. Vor allem gebe es weniger Körperverletzungen und Diebstähle.
Statistisch gesehen gibt es kein Problem mit zunehmender Jugendkriminalität.
Runder Tisch zur Sicherheit in Andernach
Seit Herbst trafen sich zur Sicherheitslage in Andernach verschiedene Akteure zu einem "Runden Tisch": Gemeinsam mit der Jugendgerichtshilfe, mit Streetworkern und dem Ordnungs- und Jugendamt hat die Polizei dann das neue Sicherheitskonzept erarbeitet.
Bürgerdialog am Donnerstagabend
Am Donnerstagabend wurde das Konzept von der Polizei gemeinsam mit der Stadt im Historischen Rathaus ausführlich vorgestellt. Etwa 60 Bürgerinnen und Bürger informierten sich und schilderten aus ihrer Sicht die Situation an verschiedenen Plätzen in der Innenstadt.