Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs blühte in Deutschland die Kunst auf. Das kulturelle und künstlerische Zentrum war Berlin. Doch auch in Koblenz bedeutete diese Zeit einen Neubeginn für die Kunstszene. Wie die Moderne die Koblenzer Kunst erreichte, zeigt jetzt die Sonderausstellung "Koblenz wird modern. Die Kunst der 1920er Jahre" im Mittelrhein Museum.
Die Kunst der 20er Jahre in Koblenz: Mehr als nur Landschaften
Die Ausstellung zeigt Gemälde, Grafiken und Collagen von 25 Koblenzer Künstlern. Darunter sind sozialkritische Grafiken, Porträts von Zeitgenossen, sowie Landschaftsmotive aus der Heimat, aber auch von Reisen der Künstler. Kennzeichnend für die Kunst der Moderne: Die Künstler lösten sich bewusst von traditionellen Regeln und suchten nach neuen Ausdrucksformen. Es ging nicht mehr darum, die Wirklichkeit möglichst genau abzubilden, sondern die Welt auf eigene, oft ungewöhnliche Weise darzustellen.
Inspiriert wurden die Koblenzer Künstler dabei durch die Arbeiten von Künstlern in den Metropolen wie Berlin oder Paris. "In Paris war man schon viel weiter als in Deutschland. Das haben die Künstler aufgenommen", erläutert der Direktor des Mittelrhein Museums, Matthias von der Bank. So besuchte etwa der Koblenzer Künstler William Straube schon Anfang des 20. Jahrhunderts die private Kunstschule von Henry Matisse in Paris. Als Zeichenlehrer am Koblenzer Kaiserin-Augusta-Gymnasium (heute: Görres-Gymnasium) prägte Straube schließlich eine ganze Generation von Schülern. Einige von ihnen wurden selbst bedeutende Künstler: etwa Hans Dornbach, Hanns Sprung oder Alexander Mohr.
Vorbilder für Koblenzer Künstler: van Gogh und Matisse
Prägend waren für die Künstler neben den Arbeiten von Henri Matisse auch die Werke von Vincent van Gogh. "Dieser kräftige expressive Pinselstrich, wie van Gogh in nutzte, war vielen ein Vorbild", erläutert Museumsdirektor von der Bank. Das zeigt sich etwa in den Werken von Heinrich Hartung oder Hanns Sprung. Gemein ist den Werken der Ausstellung im Mittelrhein Museum Koblenz, dass die Künstler sich von der Vergangenheit abheben wollten. "Das Bewusstsein war: Wir sind modern, wir wollen was verändern", erläutert Museumsdirektor von der Bank: "Man hat den Schritt weg von der Tradition vor dem Ersten Weltkrieg gemacht und ganz gezielt einen Neubeginn versucht."
Die Ausstellung "Koblenz wird modern. Die Kunst der 1920er Jahre" ist vom 21. März bis zum 6. September 2026 im Mittelrhein Museum zu sehen. Sie ist Teil des Kultursommers Rheinland-Pfalz. Die Eröffnung der Ausstellung findet am Freitag, 20. März, um 19 Uhr statt. Der Eintritt zur Eröffnung ist kostenfrei.