Wie der Präsident der Großen Engerser Karnevalsgesellschaft (GEK), Ansgar Schunkert, im Gespräch mit dem SWR berichtet, gibt es eine Teilbau-Genehmigung für den Wiederaufbau eines Gebäudes auf dem Gelände des abgebrannten Lokschuppens.
Die sogenannte "Feierscheune" war größtenteils vom verheerenden Feuer verschont geblieben. Geplant ist ein Lagerraum und die Wiederherstellung der Toilettenanlage. "Damit wollen wir direkt nach Karneval beginnen", so Schunkert.
Der eigentliche Lokschuppen, der neben der Engerser KG auch von mehreren anderen örtlichen Vereinen genutzt wurde, ist komplett abgebrannt. Die Planung des Neubaus befindet sich laut Schunkert in den letzten Zügen. Aufgrund von Bodenbelastungen könne die neue Halle nicht an alter Stelle entstehen, man habe einen anderen Platz auf dem Gelände finden müssen.
Neue Halle wird wesentlich kleiner als Lokschuppen
Die neue Halle soll demnach im Bereich des alten Parkplatzes entstehen. Sie wird laut Schunkert wesentlich kleiner sein - nur 800 statt 2.500 Quadratmeter - und optisch nichts mehr mit dem historischen Lokschuppen gemein haben. Er meint dazu: "Der Schmerz ist natürlich groß. Aber es ist nicht das Gebäude, was uns so weh tut. Sondern die Erinnerungen, die wir damit verbunden haben."
Der Ortsvorsteher von Engers, Hans-Dieter Neckenig, betont die Wichtigkeit des Lokschuppens für den ganzen Ort: "Da ist ein Stück Engerser Seele verbrannt". Er verweist auf mehrere Generationen, die dort Wagen und Bühnenbilder gebaut, Vorbereitungen für die Kirmes und den Weihnachtsmarkt getroffen und gefeiert haben.
Schon mehr als 170.000 Euro Spenden gesammelt
Nach dem Brand konnten den Vereinen laut Neckenig rund 35.000 Euro an Soforthilfe bereitgestellt werden - so konnten etwa neue Zelte angeschafft werden oder auch neue Anhänger für Karnevals-Wagen der GEK. Außerdem gab es zahlreiche Spenden. Laut Schunkert belaufen diese sich aktuell auf 170.000 Euro. Von der Stadt Neuwied und der Versicherung kommen weitere 400.000 Euro.
Da ist ein Stück Engerser Seele verbrannt.
Damit kann ein großer Teil der Kosten für den Hallenneubau gestemmt werden, der nach Aussagen von Schunkert aktuell mit rund 700.000 Euro veranschlagt ist. Hinzu kommen rund 50.000 Euro für die Erneuerung des Baus mit der Toilettenanlage. Schunkert hofft im Bezug auf die Kosten noch auf weitere Spenden und Unterstützung aus der Bevölkerung.
Große Nachfrage nach Karten Nach Großbrand: Benefiz-Karnevalssitzungen für Vereine in Engers
Der Brand des sogenannten "Lokschuppens" in Engers in der Silvesternacht hat viele Vereine hart getroffen. Um ihnen zu helfen, soll es zwei Benefiz-Karnevalssitzungen geben.
Die sei nach dem Brand schon beispiellos gewesen, so Schunkert: "Das hätten wir niemals erwartet". Er hebt unter anderem zwei Benefiz-Veranstaltungen hervor und verweist auf Sachspenden wie Bühnenbilder, die der Verein kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen hat. Dankbar ist Schunkert auch für die Möglichkeit, Wagen bei befreundeten Vereinen bauen zu können."
Andere Vereine bieten Unterschlupf für Wagenbau
So würde etwa die Obermöhne aus Engers in diesem Jahr ihren Wagen in Heimbach bauen. Das Besondere daran: normalerweise gibt es eine traditionelle Rivalität zwischen der GEK und den Vereinen in Heimbach und Weis. "Da wird sich gegenseitig immer hoch genommen. Aber genau die waren die allerersten, die angerufen haben und gesagt haben - Kopf hoch, wir sind bei euch, wir helfen euch." Zwar sei man mittlerweile wieder zum alten Zanken zurückgekehrt - aber es seien auch neue Freundschaften entstanden.
Wenn alles nach Plan läuft, könnte der Neubau der Halle in Engers noch in diesem Sommer beginnen. Für die Vorbereitungen der nächsten Session wird das wahrscheinlich immer noch zu spät sein, aber Schunkert hofft: "Unser Ziel ist es, die Halle in diesem Jahr noch fertig zu bekommen. Vielleicht schaffen wir es - zumindest für die Optik - unsere Wagen an Rosenmontag aus der neuen Halle zu ziehen."