Internationaler Gedenktag

Koblenz und Andernach erinnern an die Opfer des Holocaust

Am 27. Januar 1945 wurden die Häftlinge im Konzentrationslager Auschwitz befreit: 81 Jahre später wird heute in Andernach und Koblenz an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert.

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Stand

Als sowjetische Soldaten der Roten Armee am 27. Januar 1945 das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz erreichten, waren sie schockiert: Sie befreiten rund 7.000 Häftlinge, die dort unter unmenschlichen Bedingungen lebten. Fünf Jahre lang hatten die Nationalsozialisten in dem Lager hunderttausende Menschen gequält, gefoltert und mehr als eine Million von ihnen ermordet. Der heutige Gedenktag soll daran erinnern - und dazu aufrufen, sich dafür einzusetzen, dass sich die Geschichte nicht wiederholt.

Andernach gedenkt der Euthanasie-Opfer

In Andernach gedenken die Rhein-Mosel-Fachklinik und die Stadt deshalb heute der mehr als 1.400 Patientinnen und Patienten, die im Rahmen des "NS-Euthanasie-Programms" von Andernach aus in den Tod geschickt wurden. Die Gedenkveranstaltung beginnt um 13 Uhr mit einem Gottesdienst in der Kirche der Klinik. Unter den Rednern sind Martin Engelhardt, der Kaufmännische Direktor der Klinik, und der Andernacher Oberbürgermeister Christian Greiner (FWG).

Im Anschluss begeben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Mahnmal in der Andernacher Innenstadt. Dort werden ab 14:30 Uhr Kränze niedergelegt. Im Gemeindesaal der Christuskirche erinnert zudem am Abend ab 19 Uhr ein Film an die Verfolgung von Priestern und Ordensangehörigen im Nationalsozialismus.

Koblenz: Erinnern an Deportationen und Krankenmorde

In Koblenz beginnt das Gedenken um 17:30 Uhr am Mahnmal auf dem Reichensperger Platz: Der Koblenzer Oberbürgermeister David Langner (SPD) wird dort gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Hans-Zulliger-Schule und der Diesterweg-Schule an Menschen erinnern, die Opfer von Zwangssterilisationen und Krankenmorden wurden.

Abschluss des Gedenkens in der Citykirche in Koblenz

Danach wird das Gedenken um 18 Uhr in der Citykirche in der Altstadt in Koblenz fortgesetzt. Unter anderem wird dabei ein christlich-jüdisches Gebet gesprochen. In der Kirche erinnert zurzeit eine Ausstellung an das Schicksal von Menschen mit einer Behinderung, die während der NS-Zeit getötet wurden. Am 5. Februar hält Joachim Hennig, der stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins Mahnmal Koblenz, außerdem um 18 Uhr dazu einen Vortrag in der Citykirche.

Erinnern auch in Dernau und Niederzissen

Auch im Ahrtal gibt es Veranstaltungen am Holocaust-Gedenktag 2026: In Dernau soll um 17 Uhr auf dem Jüdischen Friedhof ein Zeichen für Vielfalt und gegen das Vergessen gesetzt werden. Die Gedenkfeier wird in Zusammenarbeit mit der jüdischen Kultusgemeinde Koblenz gestaltet.

In der ehemaligen Synagoge in Niederzissen werden noch bis Sonntag Gemälde von Paul Petzel gezeigt, die die jüdische Legende des Golems aufgreifen. Das ist eine künstliche, menschenähnliche Gestalt aus der jüdischen Mystik mit Riesenkräften, die vor Jahrhunderten Menschen im Ghetto in Prag aus Notlagen gerettet haben soll.

Diese Ausstellung endet am 1. Februar. Auf Nachfrage wird sie aber geöffnet, sagt der Vorsitzende des Kultur- und Heimatvereins Niederzissen e.V., Richard Keuler. Am letzten Tag ist der Künstler Paul Petzel von 14 bis 17 Uhr persönlich anwesend und erklärt den Besucherinnen und Besuchern seine Bilder, sagt Richard Keuler.

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SWR

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