Der 12. Juli 2026 sollte ein schöner Tag im Freibad in Rengsdorf (Kreis Neuwied) für Familie Krämer aus der Verbandsgemeinde Rengsdorf werden. Kirsten Krämer, ihr Mann Ulf, ihre Tochter Ylva und ihr Sohn Lars freuten sich an dem heißen Tag aufs Schwimmen im kühlen Nass. Doch der Tag endete anders als geplant.
Vater rettet Tochter schwer verletzt aus dem Wasser
Als die 9-jährige Ylva vom 5-Meter-Turm springt, wird sie schwer verletzt. Denn nur wenige Sekunden nach ihr sei ein Mann vom selben Turm gesprungen und habe ihre Tochter im Wasser erwischt, schildert Kirsten Krämer den Badeunfall. "Und zwar als sie wieder auf dem Weg an die Wasseroberfläche war."
Das Mädchen trieb daraufhin bewusstlos mit dem Gesicht im Wasser im Becken. Kirsten Krämer und ihr Mann beobachteten den Unfall vom Beckenrand aus. Ihr Ehemann sei sofort ins Wasser gesprungen, um Ylva zu retten. Der Mann, der vom Turm gesprungen sein soll, sei gleich an den Beckenrand geschwommen, ohne sich um ihre Tochter zu kümmern, erzählt Kirsten Krämer dem SWR.
Wir wollen dazu beitragen, dass so etwas nicht noch einmal passiert.
Ylva kam in die Notaufnahme des St. Elisabeth Krankenhauses in Neuwied. Dort stellten die Ärzte unter anderem Frakturen im Bereich der Brustwirbel fest. Später sei sie in die Kinderneurochirurgie nach Sankt Augustin (Rhein-Sieg-Kreis) verlegt worden, so Kirsten Krämer.
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Appell an Badegäste, vorsichtiger zu sein
Die Psychologin hat sich an den SWR gewandt, um über den Unfall zu sprechen. Und um an alle Badegäste zu appellieren, im Schwimmbad vorsichtig zu sein, vor allem beim Springen ins Becken. "Wir wollen dazu beitragen, dass so etwas nicht noch einmal passiert", sagt sie. Dazu gehöre es, die Bevölkerung dafür zu sensibilisieren, wie wichtig es ist, gerade bei Sprungtürmen im Freibad Geduld zu haben, Rücksicht auf andere zu nehmen und Verantwortungsbewusstsein zu zeigen.
Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung
Die Polizei in Straßenhaus ermittelt in dem Fall nach eigenen Angaben wegen fahrlässiger Körperverletzung. Es müssten noch Zeugen und der Mann, der nach Ylva gesprungen sein soll, vernommen werden, sagte ein Polizeisprecher auf SWR-Nachfrage. Weitere Einzelheiten teilte die Polizei nicht mit.
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Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach wartet Ermittlungen ab
Die Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach ist Betreiberin des Freibads Rengsdorf. Auf Anfrage teilt sie in einer Stellungnahme mit, dass sie die polizeilichen Ermittlungen abwarten will. Den Unfall möchte die Verbandsgemeinde deshalb derzeit nicht bewerten.
Der Sprungturm selbst verfüge über die üblichen Sicherheitsvorkehrungen. Der Vorfall werde jetzt ausgewertet und es werde geprüft, ob organisatorische oder sicherheitsrelevante Maßnahmen sinnvoll wären, um die Sicherheit der Badegäste weiter zu erhöhen.
In der Stellungnahme wünschen die Verwaltung und der Bürgermeister der VG Rengsdorf-Waldbreitbach, Pierre Fischer (CDU), dem verletzten Mädchen und seiner Familie eine vollständige und schnelle Genesung. Der Unfall im Freibad habe alle sehr betroffen gemacht.
Verletzte 9-Jährige ist wieder zu Hause
Ylva ist inzwischen wieder zu Hause und laut Mutter Kirsten auf dem Weg der Besserung. Es sei ein Balanceakt, ihre Tochter, die sich nicht an den Unfall erinnern kann, zu Hause zu unterstützen, erzählt die 42-Jährige. Sie müssten wegen den Verletzungen aufpassen, dass sich Ylva nicht falsch bewege. Sie könne momentan auch nicht länger als zehn Minuten sitzen, weil dann die Schmerzen zu stark werden.
Und sie dürfe keinen Sport machen. "Das fehlt meiner Tochter sehr. Sie ist sehr sportlich, in einem Reitverein, in einer Turniergruppe und jetzt ist die Turniersaison und sie kann nicht dabei sein, das ist sehr schlimm für sie."
Die Eltern wissen noch nicht, ob Ylva nach den Sommerferien wieder in die Schule gehen kann. Die Neunjährige soll dann noch mal gründlich untersucht werden, um zu sehen, ob die Verletzungen verheilt sind.