Ertrinken: Immer zuerst Notruf absetzen
Sich nicht selbst in Gefahr bringen
Badeunfall: Flüsse sind besonders gefährlich
Erste Hilfe nach der Rettung aus dem Wasser
Ertrinken: Hier ist das Risiko am höchsten
Was sind die häufigsten Ursachen für Ertrinken?
Darf ich erhitzt ins Wasser springen?
Was soll ich bei der Wahl der Badestelle beachten?
Kann ich auch in Flüssen baden?
Sicherheit für Kinder: Das müsst ihr beachten
Ertrinken: Immer zuerst Notruf absetzen
Einen Notruf abzusetzen ist wichtig, weil dann bereits ärztliche Hilfe vor Ort ist, wenn der Ertrinkende gerettet ist. Es ist übrigens ein weit verbreitetes Vorurteil, dass Ertrinkende laut rufen und wild mit den Armen schlagen. Ganz oft sind sie so kraftlos, dass sie nur noch mühsam versuchen, sich über Wasser zu halten. Das erkennt ihr daran, dass der Kopf des Schwimmers immer wieder kurz unter der Wasseroberfläche verschwindet.
Sich nicht selbst in Gefahr bringen
Falls ihr noch voll angezogen seid: Kleidung, die sich mit Wasser voll saugt, ausziehen. Wenn ihr selbst kein guter Schwimmer seid: holt euch lieber Unterstützung. Der Retter braucht Kraft und Ausdauer, berücksichtigt das!
Der Ertrinkende wird nach allem greifen, was in seiner Nähe ist – also auch nach euch. Nehmt einen schwimmfähigen Gegenstand mit: ein Surfbrett, eine Luftmatratze, einen dicken Ast, einen Rettungsring. Schwimmt von hinten an die Person heran, mit dem Gegenstand vor euch. Wenn der Ertrinkende nach euch greift und die Gefahr besteht, dass er euch beide unter Wasser zieht, dann hilft manchmal Warten, bis der Ertrinkende so erschöpft ist, dass ihr euch ihm gefahrlos nähern könnt.
Badeunfall: Flüsse sind besonders gefährlich
Besonders kritisch sind Rettungsversuche in fließenden Gewässern. Schwimmt niemals gegen die Strömung, weil das zu viel Kraft kostet. Holt den zu Rettenden lieber MIT der Strömung ein. Aber: Strömungen in Flüssen sind gefährlich. Im Zweifel lauft lieber auf dem Land nebenher und versucht, die Person zu beruhigen. Vielleicht schafft es die Person, sich MIT der Strömung seitwärts langsam ans Ufer treiben zu lassen. Versucht mit einem langen Gegenstand, einem Ast oder zusammengeknoteten Tüchern oder Kleidungsstücken, eine Art "Rettungsleine" zu schaffen.
Erste Hilfe nach der Rettung aus dem Wasser
Bei einem Atemstillstand
- Sofort mit der Wiederbelebung beginnen.
- Herzdruckmassage (30 Mal), dann Beatmung (zwei Mal). Das solange tun, bis Atmung und Kreislauf wieder funktionieren oder der Rettungsdienst da ist.
Die Person vor Unterkühlung schützen
- Abtrocknen und in trockene Tücher oder eine Rettungsfolie einwickeln (ist in jedem Verbandskasten).
- Atmet die gerettete Person noch eigenständig, dann: stabile Seitenlage und bei ihr bleiben, bis die Rettung eintrifft.
Besonders tückisch: "sekundäres Ertrinken"
- Selbst kleine Mengen Wasser in der Lunge können zum sogenannten "sekundären Ertrinken" führen
- gerettete Person sollte deshalb immer zum Arzt gehen
Das sollte ihr unterlassen
- Auf keinen Fall solltet ihr versuchen, Wasser aus Lungen oder Magen zu entfernen. Das bringt nichts und kostet wertvolle Zeit.
Ertrinken: Hier ist das Risiko am höchsten
An Seen, Teichen und Flüssen ist die Gefahr am größten: Mehr als 90 Prozent der Verunfallten ertranken dort. Außerdem sind dort vergleichsweise wenig Rettungsschwimmer stationiert. Deshalb: bewachte Badestellen aussuchen.
Was sind die häufigsten Ursachen für Ertrinken?
Besonders gefährdet sind Menschen, die schlecht oder gar nicht schwimmen können, übermütig sind, sich selbst überschätzten oder Alkohol beim Baden trinken. Die DLRG sagt: Das ist vor allem bei Männern der Fall, bis zu 75 Prozent der Todesopfer sind männlich.
Lebenswichtiges Ehrenamt Die Wasserretter vom Bodensee: Nachwuchsförderung und Hightech-Boot
Die Wasserretter der DLRG haben im vergangenen Jahr in Baden-Württemberg 250 Menschen vor dem Ertrinken gerettet. Außerdem kümmern sie sich um den Nachwuchs inklusive Schwimmunterricht.
Darf ich erhitzt ins Wasser springen?
Das solltet ihr vermeiden! Ein Sprung ins, meist sehr kühle, Wasser kann Unterkühlung und Krämpfe verursachen. Außerdem belastet der Temperaturunterschied den Kreislauf. Das ist vor allem für ältere Menschen gefährlich oder für Menschen mit Herz- und Kreislaufproblemen. Deshalb: Langsam ins Wasser gehen und den Körper ans kalte Wasser gewöhnen. Sobald man friert: raus aus dem Wasser.
Was soll ich bei der Wahl der Badestelle beachten?
Unbekannte Gewässer können gefährlich sein. Wer dort unbedacht hineinspringt, kann sich schwer verletzen. Am besten geht ihr nur an bewachten Badestellen schwimmen.
Auch wichtig: die Warnhinweise. Eine rote Flagge am Meer zum Beispiel bedeutet ein Badeverbot. Ganz besonders heimtückisch: Strömungen, die die Schwimmer unaufhaltsam aufs offene Meer hinaus ziehen. Diese Strömungen sind nicht zu sehen, und wenn der Schwimmer sie bemerkt, ist es schon zu spät.
Ein optisches Warnsignal gibt es am Meer aber: Vorsicht ist geboten, wenn die Wellen im Meer eine Lücke haben, es also eine Stelle gibt, an der das Wasser glatt ist, während rechts und links Wellengang herrscht. Genau in dieser Lücke gibt es eine ablandige Strömung ("Rippstrom"): Die vermeintlich sichere, weil wellenfreie Zone, ist hochgefährlich!
Vor allem für Kinder im flachen Wasser ist das gefährlich, weil sie leicht umgerissen werden können. Ist eine Person in einer ablandigen Strömung gefangen, sollte sie nicht versuchen, auf direktem Weg zum Strand zurückzuschwimmen – gegen die Strömung verliert sie nur Kraft. Sie sollte dagegen quer zur Strömung schwimmen und versuchen, so aus ihr heraus zu kommen.
Kann ich auch in Flüssen baden?
Was die Wasserqualität angeht: Ja - in vielen deutschen Flüssen reicht sie zum Baden aus. Bei Niedrigwasser kann die Wasserqualität aber erheblich sinken.
Aber Vorsicht: In Flüssen gibt es gefährliche Strömungen, die vom Ufer aus nicht zu erkennen sind. Außerdem gibt es Strudel, die Schwimmer:innen in die Tiefe ziehen können. Wo Schiffsverkehr herrscht oder in der Nähe von Brückenpfeilern solltet ihr überhaupt nicht ins Wasser.
Sicherheit für Kinder: Das müsst ihr beachten
Wasser zieht Kinder magisch an. Eltern sollten sie an Gewässern daher nie aus den Augen lassen, auch am flachen Gartenteich. Kleine Kinder können bereits in wenige Zentimeter tiefem Wasser ertrinken. Auch Luftmatratzen, Schlauchboote und Gummitiere bieten keinen Schutz vor dem Ertrinken. Wenn ein Kind im Wasser in Not gerät, ist das für Außenstehende mitunter schwer zu erkennen, warnt die Bundesarbeitsgemeinschaft "Mehr Sicherheit für Kinder". Kinder ertrinken "leise".