Die Nachricht hat alle Motorsportfans elektrisiert: Max Verstappen, viermaliger Formel 1 Weltmeister startet bei Rennen auf dem Nürburgring in der Eifel. "Darüber freuen wir uns sehr", strahlte Nürburgring-Geschäftsführer Ingo Böder bei der Bekanntgabe. Verstappen habe erklärt, gerne den Langstreckenpokal zu fahren. Und da der Nürburgring mit der Nordschleife die "schönste Rennstrecke der Welt habe", sei das eine einmalige Win-Win Situation.
Zusatztribüne wird gebaut - extra für Verstappen beim 24-Stunden-Rennen
Deshalb baut die Nürburgring GmbH eine Zusatztribüne für das 24-Stunden-Rennen. Der Nürburgring erwartet 5.000 - 7.000 niederländische Fans der sogenannten "Orange Army". Mal sehen, ob das reicht, freut sich Ring-Geschäftsführer Ingo Böder. Ob die Formel 1 überhaupt noch mal Station auf dem Nürburgring macht? Da ist Böder eher pessimistisch.
Er telefoniere zwar ein Mal im Jahr mit der Formel1 Vermarktungsgesellschaft, aber das sei eher Formsache. Inzwischen verdiene die Formel 1 in Amerika und Asien deutlich mehr Geld als in der Eifel, Und die Antrittsgage der F1 sei so hoch, dass der Nürburgring damit eher Verluste mache.
Nürburgring könnte als F1 Ersatzstrecke einspringen
Falls aber wegen des Golfkriegs ein Rennen dort ausfalle, stünde der Nürburgring als Ersatzstrecke zur Verfügung. "Never say never", so Böder. Obwohl der Veranstaltungskalender mit 60 Events prall gefüllt sei und erst mal geprüft werden müsse, ob der Ring spontan einspringen könnte. "Denn die Formel 1 braucht das Fahrerlager schon 10 Tage lang - da müsste mit den Veranstaltern verhandelt werden, ob die ausweichen könnten."
Chronologie der Rennstrecke in der Eifel 100 Jahre Nürburgring – Menschen, Mythos und Motoren
Die Geschichte des Nürburgrings ist voller Dramen und Triumphe im Motorsport. Seit 100 Jahren prägt die Strecke aber auch die wirtschaftliche und kulturelle Identität der Region. Eine Chronologie.
Nürburgring will Ganzjahresprogrammm anbieten
Überwiegend bietet der Jahreskalender wieder Motorsportveranstaltungen an: den Langstreckenpokal, das 24-Stunden-Rennen im Mai, den Truck Grand Prix im Juli, die Deutsche Tourenwagen Meisterschaft im August oder auch mehrere Oldtimer-Rennen im Sommer. Daneben setzt der Ring immer mehr auf Sport-Events: etwa Darts mit dem Weltmeister Luke Humphries oder dem Deutschen Max Hopp, oder Cheerleading Meisterschaften und Karate.
Rock am Ring schon lange ausverkauft
Besonders gefreut hat die Geschäftsführung, dass das Musikfestival "Rock am Ring" schon seit Herbst vergangenen Jahres mit 90.000 Gästen ausverkauft ist. Das liege nicht nur am tollen Line Up mit Iron Maiden, Limp Bizkit oder Linkin Park, sondern an der besonderen Atmosphäre des Festivalgeländes am Nürburgring. Das sei schon alles sehr gut, aber man wolle noch besser werden.
Ab 27. März bietet der Nürburgring auch Spiel und Spaß an: Im neuen Bowling-Center, der ehemaligen Großraumdisco "Eifel Stadl". Eine Million Euro hat das Center gekostet. Billard- , Dartsautomaten und Kickertische runden das Freizeitangebot für "jung und alt" ab. "Wir wollen unseren Gästen das ganze Jahr etwas anbieten. Deshalb gestalten wir auch das Museum und das ehemalige Ringwerk um", erklärt Geschäftsführer Christian Stephani. "Wir wollen Familien und Tagungsgästen in unseren Hotels auch Freizeitbeschäftigungen bieten, aber auch Gäste aus der Region anlocken."
Nürburgring: Offroad-Park bei Drees wird fit gemacht
Investiert hat die Nürburgring GmbH auch in den Off-Road-Park bei Drees. Er sei lange stiefmütterlich behandelt worden, gibt Ring-Geschäftsführer Ingo Böder zu. Aber jetzt stelle der Ring auch geländegängige Fahrzeuge zur Verfügung, damit sich Privatfahrer dort vergnügen könnten. Er könne allerdings auch von der "Blaulicht-Familie" genutzt werden, also THW, Polizei oder Feuerwehr. Damit diese mit ihren eigenen Einsatzfahrzeugen lernen könnten, in unwegsamem Gebiet zu fahren. Einige Feuerwehrleute aus dem Kreis Ahrweiler hätten das schon probiert.
Vorfreude auf Saisonbeginn ist groß
Schon der Auftakt in die neue Saison mit den Touristenfahrten sei verheißungsvoll gewesen, sagt Geschäftsführer Stephani. "Jetzt freuen wir uns darauf, dass der Langstreckenpokal wieder losgeht. Hoffentlich bleibt es wenigstens trocken - dann dürfte dem Start nichts im Wege stehen." Auftakt des Langstreckenpokals ist am 14. März. F1-Star Max Verstappen wird aber nicht am ersten Wochenende dabei sein, sondern eine Woche später.