Badegäste bekommen derzeit kaum etwas davon mit, wie marode das Mons-Tabor-Bad in Montabaur ist. Im Bad selbst sieht es im Großen und Ganzen gut aus. Doch im Keller des Schwimmbads tropft an manchen Stellen das Wasser und die Technik ist marode und rostet teilweise. Und die Außenrutsche ist seit mehr als fünf Jahren außer Betrieb.
Schwimmbad droht jederzeit der Totalausfall
"Hier könnte jederzeit ein Schaden entstehen, der zur Schließung des Schwimmbads führen könnte", erklärt Hans Ulrich Richter-Hopprich (CDU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Montabaur. Denn für einige der Geräte gebe es schon jetzt keine Ersatzteile mehr.
"Wir müssen uns hier täglich mit der alten Technik beschäftigen und mehr Zeit dafür aufbringen, als das bei einem neuen Bad der Fall wäre", sagt Axel Staffel, der Betriebsleiter des Bades. Neben den teils fehlenden Ersatzteilen sei es auch schwierig, Firmen für Reparaturarbeiten zu finden.
Neubau ohne Förderung nicht möglich
In den vergangenen Jahren wurden nur noch wirklich notwendige Reparaturen im Bad durchgeführt, damit der Badebetrieb weitergehen konnte. Dafür war das Bad teils mehrere Wochen geschlossen. Größere Sanierungsarbeiten lohnen sich laut Richter-Hopprich nicht, deswegen soll jetzt der Neubau geplant werden.
Ob aber neu gebaut wird und wenn ja, wann, das ist noch unklar. "Wenn wir nicht ganz erhebliche Zuschüsse von Land und Bund bekommen, dann werden wir das Bad so nicht bauen können", so Richter-Hopprich.
Denn die Gesamtkosten würden zwischen 37,5 und 52,5 Millionen Euro liegen. Dieser Betrag müsste vollständig über Kredite finanziert werden, die wiederum zusätzliche Zinskosten in Millionenhöhe zur Folge hätten.
Neubau neben dem jetzigen Schwimmbad
Immerhin - der Standort für das neue Schwimmbad steht bereits fest: es soll neben dem jetzigen Bad gebaut werden. So könnte der Badebetrieb während der Bauarbeiten weitergehen. Das alte Schwimmbadgebäude anschließend abzureißen, wäre zu teuer. Deswegen soll es anderweitig weiter genutzt werden - wie genau, das steht aber noch nicht fest.
Haupt- und Finanzausschüsse stimmten für Neubau
Am Dienstag haben die Haupt- und Finanzausschüsse der Stadt und Verbandsgemeinde Montabaur gemeinsam für den Schwimmbadneubau gestimmt. Sie haben sich mit großer Mehrheit für eine mittlere Variante ausgesprochen. Also einen Neubau mit Rutsche, Drei-Meter-Sprungturm, einem Kursbecken, einem Schwimmerbecken mit vier bis sechs Bahnen und Nichtschwimmerbereich sowie einem Kleinkinderbecken. Jedoch mit der Option, bei zu hohen Baukosten auf Teile dieser Ausstattung zu verzichten.
Einige Ausschussmitglieder gaben zwar zu bedenken, dass das Bad damit deutlich teurer werde. Am Ende waren sich aber alle einig, dass das Schwimmbad mit dieser Ausstattung auch attraktiver für die Menschen ist. Als nächstes geht das Thema in den Stadt- und Verbandsgemeinderat, dort wird dann ebenfalls nochmal diskutiert und abgestimmt. Auf der Website der Verbandsgemeinde gibt es ein umfassendes FAQ, wo viele Fragen rund um den geplanten Neubau beantwortet werden.