Allein im Westerwald gibt es damit jetzt vier Wolfsrudel. Es ist insgesamt das fünfte Rudel in Rheinland-Pfalz. Woher die Wölfe genau stammen, ist derzeit noch unklar. Hinter der Landesgrenze in Hessen ist jedoch seit einiger Zeit das sogenannte Greifensteiner Wolfspaar bekannt. Die Tiere sind Geschwister und stammen aus dem Leuscheider Rudel, das seit einigen Jahren im Westerwald an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen lebt.
Das Koordinationszentrum für Luchs und Wolf (KLUWO) vermutet, dass dieses Wolfspaar letztes Jahr Nachwuchs bekommen hat. Und dass dieses neue Rudel jetzt seinen Lebensmittelpunkt von Hessen in den rheinland-pfälzischen Westerwald verlegt hat. Um das zu bestätigen, werden aber genetische Proben der Wölfe benötigt. Das KLUWO ist deshalb über jeden Wolfshinweis aus der Region dankbar.
Einige Weidetiere wurden in der Region getötet
In den vergangenen Wochen gab es im Oberen Westerwald mehrere Vorfälle, bei denen Weidetiere getötet wurden. Ende des Jahres etwa wurden bei Liebenscheid 18 Schafe gerissen. Bei dem Vorfall waren außerdem drei weitere Schafe verletzt worden, drei sind verschwunden.
Viele Fälle im Westerwald Wölfe haben dieses Jahr 55 Weidetiere im Norden des Landes getötet
Weitere Weidetiere wurden verletzt oder sind verschwunden. Das zeigen Daten des Koordinationszentrums Luchs und Wolf. Die meisten Fälle: Im Westerwald, wo drei Wolfsrudel leben.
Laut KLUWO liegen seit dieser Woche die DNA-Ergebnisse vor. Demnach hat die Fähe (weiblicher Wolf) des Greifensteiner Paares die Schafe getötet. Mitte Dezember gab es unter anderem auch zwei weitere Risse in der Verbandsgemeinde Bad Marienberg. Dabei wurden vier Schafe und fünf Damhirsche getötet, elf weitere Schafe wurden verletzt. Wie jetzt anhand der Untersuchungen feststeht, ist auch dafür ein Wolf verantwortlich.
Protestaktion gegen Wolfsmanagement am Freitag in Rehe
Unabhängig von der Nachricht des neuen Wolfsrudels, veranstaltet die Bürgerinitiative Wolfsprävention Westerwald am Freitagabend ein Mahnfeuer in Rehe im Westerwaldkreis. Die Bürgerinitiative kritisiert schon länger, dass die Politik nicht ausreichend auf die Wolfsrisse reagiert und Wölfe zum Abschuss freigibt.
An der Protestaktion nehmen mehrere Politiker aus der Region und aus Mainz teil. Etwa der Landrat des Westerwaldkreises, Achim Schwickert (CDU), Landtagspräsident Hendrik Hering (SPD) und Staatssekretär Erwin Manz (Grüne). Außerdem werden auch mehrere Verbände aus Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen bei der Protestaktion dabei sein. Etwa der Bauern- und Winzerverband und der Schafzuchtverband.