Frist bis zum 10. November 2025

Krankenhaus Boppard: GKM setzt Rhein-Hunsrück-Kreis ein Ultimatum

Es geht wieder ums Geld: Das Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein fordert vom Rhein-Hunsrück-Kreis, in den nächsten beiden Jahren den Großteil des Defizits zu bezahlen. Der lehnt das ab.

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Wie geht es in Zukunft weiter mit dem Krankenhaus in Boppard - und wer trägt die Kosten für das Defizit? Um diese Frage ist ein Streit zwischen dem Träger, dem Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein (GKM), und dem Rhein-Hunsrück-Kreis entbrannt. Denn das GKM fordert, dass der Kreis in den nächsten beiden Jahren den Löwenanteil von rund 70 Prozent übernimmt.

Am Montag hat die Gesellschafterversammlung entschieden: Bis zum 10. November soll der Rhein-Hunsrück-Kreis Position beziehen, ob er für 2026 und 2027 die Verluste ausgleicht. Diese Forderung stößt beim Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises, Volker Boch (parteilos), auf Widerstand. Das sei so nicht abgesprochen gewesen, hat er dem SWR gesagt. Er sehe die Verantwortung für das Defizit klar beim Gemeinschaftsklinikum als Träger des Krankenhauses in Boppard.

Koblenzer OB sieht die Verantwortung beim Kreis

Das sieht der Koblenzer Oberbürgermeister David Langner (SPD) ganz anders, der auch Vorsitzender der Gesellschafterversammlung des GKM ist. Die Verantwortung für die Klinik habe der Rhein-Hunsrück-Kreis liegt, auf dessen Gebiet sie auch liege. Sollte der Kreis die Kosten für die nächsten beiden Jahre nicht übernehmen, drohe dem Krankenhaus in Boppard die Schließung.

Unterstützung des Kreises nur bis Jahresende

2024 hatte sich der Rhein-Hunsrück-Kreis bereit erklärt, das Heilig Geist-Krankenhaus in Boppard bis Ende 2025 mit mehr als zwei Millionen Euro finanziell zu unterstützen. Er betont jedoch, dass diese Unterstützung von Anfang an auf die Zeit von Juli 2024 bis Dezember 2025 begrenzt war. "Wir sind darauf eingegangen. Im Gegenzug haben wir gefordert, dass ein Zukunftskonzept erarbeitet wird", kontert Landrat Boch.

Der Kreis habe sich nochmals deutlich gegen eine Finanzierung über das Jahresende hinaus positioniert. "Wir können das Heilig Geist"-Krankenhaus in Boppard nicht über das Jahresende hinaus finanzieren", stellt der Landrat klar.

Streitpunkt ist das Zukunftskonzept

Ein zentrales Element des Konflikts ist das vom GKM vorgelegte Zukunftskonzept. Nach Angaben des Rhein-Hunsrück-Kreises liegt es seit Anfang des Jahres vor und beinhaltet unter anderem strukturelle Veränderungen, um die Kosten des Krankenhauses zu senken. Landrat Boch kritisiert jedoch, dass das Konzept bislang weder vom GKM beschlossen noch umgesetzt worden sei.

Zukunftskonzept wird laut GKM umgesetzt

Das GKM weist diese Vorwürfe zurück und erklärt, dass die Umsetzung des Zukunftskonzepts habe längst begonnen habe. Geschäftsführer Christian Straub betont: "Insgesamt neun Projektgruppen haben im Frühjahr ihre Arbeit aufgenommen. Die Projekte reichen von der medizinischen Leistungsentwicklung über wirtschaftliche Optimierungen bis hin zu organisatorischen Anpassungen."

Ein zentraler Fortschritt sei die geplante Erweiterung der geriatrischen Behandlungskapazitäten. Auch das Ästhetikzentrum werde ausgebaut. Straub verweist jedoch darauf, dass einige Aspekte des Konzeptes von der Krankenhausreform und den damit einhergehenden Finanzierungsentscheidungen der Bundespolitik abhängen. Erst dann könne der strukturelle Teil des Konzeptes vollständig umgesetzt werden, so Straub in einer Pressemitteilung.

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