Öffentlichkeitswirksam haben die Organisatoren von Rock am Ring am Dienstag die erste große Welle an Bands bekanntgegeben, die im kommenden Jahr bei dem Festival auftreten sollen. Headliner werden demnach neben "blink182" "Die Toten Hosen" und "Bring me the Horizon" sein. Die meiste Aufregung gibt es jedoch um die Band "Falling in Reverse", unter anderem weil deren Frontmann Ronnie Radke in der Vergangenheit immer wieder mit seinen Aussagen und Auftritten polarisiert hatte.
Unter dem Instagram-Post von Rock am Ring zur Ankündigung der Bands finden sich zahlreiche Kommentare, die die Einladung der US-amerikanischen Band kritisieren. Außerdem bemängeln einige Fans die Ähnlichkeit des Line-Ups zu 2025. Auch damals hatte "Falling in Reverse" am Ring performt - ebenso wie etwa "Bring me the Horizon" und "The Prodigy".
Schon 60.000 Tickets zu Rock am Ring verkauft
Das Line-Up ist jedoch nicht das Einzige, was unter den Rock-am-Ring-Fans für Diskussionsstoff sorgt. Es geht auch um den Vorverkauf, der laut den Veranstaltern auf Rekordniveau läuft. Demnach wurden für Rock am Ring 2027 bereits 60.000 Tickets verkauft - dabei handelt es sich um "Weekend-Tickets". Tagestickets sind nicht geplant. Wer zum Festival will, muss in der aktuellen Preisstufe 269 Euro bezahlen.
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Kritik gibt es vor allem an den vielen Zusatzkosten, die für Festivalgänger entstehen. Die Fans werfen den Organisatoren etwa in Instagram-Kommentaren vor, dass sie jede Möglichkeit nutzen würden, die Besucher "zur Kasse zu bitten". Wie etwa für "Fast-Lane-Tickets" oder beim sogenannten "Boxenplatz". Seit Freitag können Festivalbesucher zusätzlich zu ihrem Campingticket Geld für einen festen Platz bezahlen.
Neues Camping-Angebot auf A5 stößt auf Widerstand
Dabei geht es um abgesteckte Parzellen auf dem Gelände des beliebten A5-Campingplatzes. Hier zelten vor allem Gruppen, die bereits seit vielen Jahren zu Rock am Ring fahren. Dazu gehört auch Mona Molitor aus Walporzheim. Ihre Gruppe umfasst mittlerweile rund 40 Leute, wie sie sagt. Ihr Instagram-Kommentar, in dem sie mit dem neuen Angebot abrechnet, hat mehr als 100 Herzen bekommen.
"Wir brauchen nicht zig verschiedene Camping-Kategorien - wir wollen einfach ganz normal zelten", sagt sie im Gespräch mit dem SWR. Sie befürchtet, dass ihre Gruppe ihren Stammplatz auf A5 verliert. Um den zu sichern, reisten einige Mitglieder traditionell schon mitten in der Nacht an, um sich in die Warteschlange vor dem Zeltplatz zu stellen. Ein übliches Vorgehen unter den hartgesottenen Ring-Fans.
Rock-am-Ring-Fans kritisieren hohe Zusatzkosten
"Bisher waren die Chancen für alle gleich - jetzt bekommt der mit dem meisten Geld den besten Platz", meint die 31-Jährige. Eine 50 Quadratmeter-Parzelle kostet aktuell knapp 250 Euro. Für 100 Quadratmeter müssen knapp 490 Euro bezahlt werden. Vorteile sieht Molitor eigentlich keine: "Für unsere Gruppe bräuchten wir vier Parzellen - die wir uns nicht aussuchen dürfen. Wir haben nicht mal eine Garantie, dass die nebeneinander liegen."
Das Rock-am-Ring-Team hat mittlerweile im Rahmen eines Camping Updates bei Instagram auf die Kritik zum "Boxenplatz" reagiert und betont darin: "Die reservierten Boxenplatz-Parzellen nehmen nur einen Teil der gesamten Campingfläche in diesem Bereich (A5) ein." Für Entspannung sorgt dieser Post bei den aufgeheitzten Gemütern jedoch keineswegs. Viele wollen Klarheit, welche Flächen genau betroffen sind und kündigen sogar an, ihre gewohnten Plätze notfalls zu erstürmen.
Camping-Platz-Tradition in Gefahr
Wie die Organisatoren das verhindern wollen, ist bislang unklar. Auf diese und weitere Fragen zum Thema "Boxenplatz" hat der SWR auf mehrfache Anfrage bislang keine Antwort bekommen. Mona Molitor wünscht sich von den Machern von Rock am Ring, dass sie sich darauf besinnen, was das Festival aus ihrer Sicht ausmacht: "Das sind die Fans, die Gemeinschaften, die auf den Zeltplätzen entstanden sind. Wir sind eine Familie auf A5, die jetzt in Gefahr ist, auseinander zu brechen."