Ein Beruf im Wandel

Moderne Arbeit oder traditionelles Handwerk: Ist das Schornsteinfegen in Gefahr?

Jedes Jahr werden Ausbildungen modernisiert. Dieses Jahr auch die der Schornsteinfeger. Aber verschwindet mit zunehmender Modernisierung das klassische Handwerk?

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Von Autor/in Max Christ

Schornsteinfeger? Da denkt man an Zylinder, Leiter und Ruß im Gesicht. Doch der Beruf hat sich längst gewandelt und ist immer moderner und vielseitiger geworden. Heute arbeiten Schornsteinfegerinnen und Schornsteinfeger nicht nur auf dem Dach, sondern auch digital - als Berater für erneuerbare Energien und klimafreundliches Heizen, Brandschutzexperten oder Fachleute für moderne Lüftungstechnik. Eine funktionierende Lüftung ist nämlich wichtig für eine gute Energieeffizienz im Gebäude, schreibt der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks.

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Bei so vielen Neuerungen kommt vielleicht einigen die Frage: Wie viel vom klassischen Klischeebild wird in Zukunft noch in dem Beruf stecken? Ist das alles ein Grund zur Sorge für die Schornsteinfeger? Überhaupt nicht, findet Marcel Heinrich. Er ist unter anderem Schornsteinfegermeister und Leiter eines Schornsteinfegerbetriebs in Ruppertshofen im Rhein-Lahn-Kreis. Gerade die Vielseitigkeit, die den Beruf ausmache, gefalle ihm sehr.

Ich hab keine Angst vor Ausbildungen und auch keine Angst vor Fortbildungen.

Dass das Kehren von Schornsteinen in Zukunft verschwindet, kann er sich nicht vorstellen: "Ich weiß nicht, ob meine Azubis, wenn die in Rente gehen, [...] noch sehr viel klassische Schornsteinfegerarbeiten machen [...]. Ich glaube aber, dass es auch in 50 Jahren noch Schornsteine geben wird, die gefegt werden müssen."

Auch der Nachwuchs hat keine Angst

Emil ist im ersten Lehrjahr und schaut mit Respekt, aber ohne Angst in die Zukunft. Respekt vor allem vor stärkerer Digitalisierung. In der Ausbildung, so Emil, müsse man viele Computerprogramme lernen. Darunter ist zum Beispiel Software, mit der Grundrisse von Häusern erstellt werden können. Das helfe bei Energieausweisen. Aber auch ganz banale Dinge wie Buchungen und Termine werden in seinem Betrieb digital gemacht. Er fände es schade, wenn das überhandnähme und Schornsteinfegerinnen und Schornsteinfeger in Zukunft mehr vor dem Computer säßen als auf dem Dach stünden. Denn genau das ist für ihn ein Highlight: "Wenn man auf dem Dach steht, die Aussicht, das Kehren an sich. Das ist schwierig zu beschreiben. Das macht halt einfach irgendwie Spaß."

Emil kehrt einen Schornstein
Emil glaubt fest daran, dass das klassische Schornsteinfegen immer Teil vom Beruf bleiben wird.

Ich glaube, das wird immer [...] der Beruf sein, für den ich mich entschieden habe.

Lernen gehört dazu - ein Leben lang

Was die Azubis neu lernen, bringen sie direkt mit in den Betrieb. Sven, auch Teil des Teams, erzählt: "Wir lernen von den Azubis hin und wieder auch etwas. Beispielsweise die Veränderungen, die taufrisch im Unterricht landen." Der Beruf sei heute deutlich komplexer als früher. Jedes Jahr gebe es dafür eine Mitarbeiterschulung der Innung, für die der Arbeitgeber zwei Tage zur Verfügung stellen müsse. Aber auch sonst werde viel geschult. Zum Beispiel biete der Zentralverband der Deutschen Schornsteinfeger vierteljährlich Schulungen zu allen möglichen Neuerungen an. In Kreisgruppen könne man sich sogar wöchentlich oder monatlich zu Neuem informieren. Generell sei man im Schornsteinfegerhandwerk gut untereinander vernetzt. Bei Fragen seien die Unterweiser auch immer außerhalb der Schulungen erreichbar.

Schornsteinfeger Sven lädt den Wagen ein
Sven ist schon seit zehn Jahren mit dabei.

Der Beruf Schornsteinfeger hat sich stark gewandelt. Zum klassischen Schornsteinfegen sind Dinge wie Lüftungstechnik, Brandschutz und Beratung zu erneuerbaren Energien dazugekommen. Das ist aber alles noch machbar, sagt Sven: "Im Großen und Ganzen ist der Beruf immer noch der gleiche, die Facetten sind nur mehr geworden." Man müsse eben nur immer am Ball bleiben. Auch Sven sieht den Beruf nicht in Gefahr. Anlagen wie Schornsteine und Heizungen bleiben weiter bestehen und werden laut ihm auch immer gewartet werden müssen.

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Max Christ

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