Klima-Blumen-Power statt Sichtbeton-Brutalismus

Schulzentrum Ludwigshafen-Mundenheim entsiegelt: 400 Tonnen Beton raus

Wo auf die Schüler früher nur meterlange Treppenaufgänge und graue Betonflächen warteten, gibt es im Schulzentrum Mundenheim heute Bäume, Sträucher und Sitzflächen. Die Stadt Ludwigshafen hat radikal entsiegelt.

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Von Autor/in Bettina Blum

"Wir haben plötzlich helle Räume, weil das Licht wieder durch die Fenster kommen kann", sagt Klaus Hartmann, Schulleiter des Heinrich-Böll-Gymnasiums in Ludwigshafen. Möglich wurde das, weil im Bereich des gemeinsamen Pausenhofs mit der Karolina-Burger-Realschule seit vergangenem Sommer fast 400 Tonnen Beton verschwunden sind. Abgebrochen wurden rund 360 Meter Blockstufentreppen und hoch gelegene Betonflächen. Stattdessen gibt es hier jetzt bepflanzte Hochbeete, umrahmt von Sitzflächen.

Im Schulzentum Mundenheim wurde der Schulhof entsiegelt und es wurden neue Pflanzflächen mit klimaresistenten Pflanzen angelegt.
Im Schulzentum Mundenheim wurde der Schulhof entsiegelt und es wurden neue Pflanzflächen mit klimaresitenten Pflanzen angelegt.

Ludwigshafen rechnet mit immer heißeren Sommern

"Wir haben seit vergangenem Jahr ein Klimaanpassungskonzept", sagte Ludwigshafens Baudezernent Alexander Thewalt (parteilos). "Da stehen natürlich ganz viele Maßnahmen drin: Zum Beispiel Entsiegelung, zum Beispiel Bäume pflanzen, um Schatten zu schaffen, wenn es hier immer heißer wird." Dazu gehört auch das Schulhofprojekt im Stadtteil Mundenheim. 500.000 Euro wird es am Ende gekostet haben.

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Alles rund um Grünflächen und Bepflanzung wird aus dem Landes-Klimaschutzprogramm KIPKI bezahlt, immerhin rund 160.000 Euro. Die restlichen zwei Drittel, die unter anderem in barrierefreie Rampen zum Pausenhof, ein neues Schulhofpflaster und eine bessere Beleuchtung geflossen sind, zahlt die Stadt selbst.

Die Realschule im Schulzentrum Mundenheim ist jetzt über eine Rampe mit dem Pausenhof verbunden.
Die Realschule im Schulzentrum Mundenheim ist jetzt über eine Rampe mit dem Pausenhof verbunden.

Ich habe hier sehr nette und neugierige Schüler erlebt

"Schüler stellten viele Fragen"

Oliver Vögele gehört die Firma, die hier seit vergangenem Sommer tonnenweise Beton entfernt und abtransportiert und dann stattdessen Hochbeete angelegt hat. Bei den Arbeiten seien immer wieder Schülerinnen und Schüler vor allem der Karolina-Burger-Realschule vorbeigekommen, sagt Oliver Vögele. "Die haben sehr interessierte Fragen gestellt, zu dem, was wir hier machen. Aber auch zu unseren Berufen und ob sie sich nach ihrem Abschluss bei uns bewerben könnten." Dass die Schule wegen ihrer Schüler so in Verruf geraten ist, das könne er nicht nachvollziehen. "Die waren alle sehr nett und neugierig, das muss ich jetzt mal sagen."

Neue Unterstände sollen auf dem Schulhof im Schulzentrum Mundenheim vor Regengüssen schützen.
Neue Unterstände sollen auf dem Schulhof im Schulzentrum Mundenheim vor Regengüssen schützen.

1.200 Quadratmeter Schulhoffläche neu gestaltet

"Rund die Hälfte des neu angelegten Schulhofs nehmen die Grünflächen ein, die den maroden Beton ersetzen", sagt Bernd Lipowsky, der städtische Projektleiter. Fast 2000 kleine Stauden, Bodendecker und Sträucher wurden eingepflanzt und zwölf neue Bäume. Alle Pflanzen können eins besonders gut: Sie können Hitze ab. Und sorgen so auch bei größerer Trockenheit für ein angenehmes Klima im Pausenhof und für kühlen Schatten.

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Cortenstahl und Natursteine verbaut

Die Beete sind mit rostfarbenem Cortenstahl eingefasst und teilweise mit Sitzflächen kombiniert. "Das war der Wunsch der Schüler, dass sie auch Möglichkeiten haben, sich in der Pause hinzusetzen", sagt Bernd Lipowsky. Außerdem wurde ein Teil des Schulhofs mit Natursteinen gepflastert und drei neue Pausenhofüberdachungen mit Glasdach sollen vor Regenschauern schützen. Auf dem Dach gibt es bereits eine große Solaranlage:

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Neue Sitzgelegenheit auf dem Schulhof des Schulzentrums Mundenheim
Neue Sitzgelegenheit auf dem Schulhof des Schulzentrums Mundenheim

Ludwigshafen: Große Plätze werden entsiegelt

Im Sommer werden dann unter anderem vier Plätze im Stadtzentrum entsiegelt und umgestaltet. Begrünt werden sollen dann laut Baudezernent Thewalt der Theaterplatz am Pfalzbau, der Bürgerhof, der Platz hinter dem Hack-Museum und der am Kulturzentrum "Das Haus".

"Das sind alles große Klimaanpassungsprojekte", sagt Thewalt. "Dabei geht es darum zu entsiegeln, zu beschatten und zu kühlen, aber auch darum Versickerungsmöglichkeiten zu schaffen für Starkregenfälle."

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