Die Zeremonie auf Schloss Burg Namedy am Donnerstagmittag war der letzte Programmpunkt von Steinmeiers "Ortszeit Deutschland", seinem dreitägigen Besuch in Andernach. Die Geehrten zeichnen sich durch ihr Engagement in Bereichen wie Jugendförderung, Integration, Gleichberechtigung, Altenhilfe und Kommunalpolitik aus, heißt es beim Bundespräsidialamt.
Das sind die neun Rheinland-Pfälzer und Rheinland-Pfälzerinnen die ausgezeichnet wurden:
Zemfira Dlovani: Die Juristin bietet nicht nur in Koblenz ehrenamtlich bei der Caritas eine Rechtsberatung an. Sie engagiert sich in der Flüchtlingshilfe, hat den Zentralrat der Jesiden in Deutschland mitgegründet und sie ist unter anderem im Bundesvorstand der Frauen Union der CDU.
Achim Hütten (SPD): Der ehemalige Oberbürgermeister von Andernach stand fast 30 Jahre lang an der Stadtspitze. In dieser Zeit wurde die "Essbare Stadt" zu einem Vorzeigeprojekt der Stadt - ein öffentlicher Garten für alle - mit Obst, Gemüse und Kräutern. Außerdem hat sich Achim Hütten viele Jahre als Vorsitzender für die "Hochwassernotgemeinschaft Rhein" engagiert.
Martina Ihrlich: Sie hat in Mülheim-Kärlich vor mehr als 20 Jahren aus eigener Betroffenheit heraus die Selbsthilfegruppe gegründet "Leben ohne Dich". Hier finden Eltern, deren Kind gestorben ist, Trost und Unterstützung. Neben Gruppentreffen bietet Martina Ihrlich auch telefonische Hilfe an und organisiert gemeinsame Unternehmungen.
Bernd Neitzert: Vor 25 Jahren gründete er in Koblenz die Tafel, ein gemeinnütziger Verein, der Essen an Hilfsbedürftige ausgibt. Es folgten die "versteckten Engel", um Kinder in Notlagen zu helfen. Die vesteckten Engel unterstützen finanziell bei Schulausflügen oder auch Frühstücksprojekte an Schulen. Vor zehn Jahren kam noch die Nachbarschaftshilfe "Die Brücke" in Mendig dazu.
Alexandra Ruppert: Sie ist regelmäßig zur Stelle, wenn Kinder nicht bei ihren Eltern bleiben können. Als Pflegemutter war die Frau in Andernach bereits mehr als 20 Mal im Einsatz. Seit vielen Jahren gibt sie Kindern, auch bis zu drei Geschwistern gleichzeitig, ein Zuhause, wenn auch nur vorübergehend.
"Ortszeit Deutschland" im Norden von RLP Steinmeier beendet seine Andernacher "Ortszeit Deutschland"
Für drei Tage hatte Frank-Walter Steinmeier seinen Amtssitz nach Rheinland-Pfalz verlegt: Nun endete sein Besuch mit der Übergabe des Bundesverdienstkreuzes an engagierte Menschen.
Heidrun Walburg: Sie hat die Entstehung und Entwicklung des "Vereins für Menschen mit Behinderung" in Neuwied im nördlichen Rheinland-Pfalz maßgeblich mitgeprägt. Seit Jahren setzt sich Heidrun Walburg aus Vallendar für Menschen mit Behinderungen ein. Dabei geht es ihr um Teilhabe und um die Entlastung von Familienangehörigen.
Astrid Weber: Als die Corona-Pandemie begann hat die Medizinerin in Koblenz die Fieberambulanz mit aufgebaut. Heute leitet sie unter anderem die Long-Covid Ambulanz in der Stadt. Es ist die einzige fachübergreifende Einrichtung dieser Art in Koblenz.
Mehdi Jafari Gorzini: Er ist Gründungsmitglied des Mainzer Flüchtlingsrates und des Landesmigrationsausschusses von ver.di, der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft in Rheinland-Pfalz. Ihm liegt viel daran, Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenzubringen. Er setzt sich seit mehr als 20 Jahren auch in seinem Sportverein ASV Mainz dafür ein und hat dort mehrere ehrenamtliche Posten inne.
Behrouz Asadi: Politische Gefangene, Asylrecht, Frieden, Toleranz und Menschenrechte sind seine Themen. Der Mainzer engagiert sich schon seit den 80-er Jahren für diese Themen. Seitdem ist er bei der Bundesarbeitsgemeinschaft "Pro Asyl" aktiv.
Kampf für Freiheit, Demokratie und Würde Bundesverdienstkreuz für Menschenrechtler Behrouz Asadi aus Mainz
Seit mehreren Jahrzehnten setzt sich Menschenrechtler Asadi für Flüchtlinge, Gerechtigkeit, Freiheit und Menschenwürde ein. Bundespräsident Steinmeier hat ihn nun ausgezeichnet.