Eigentlich könnte es sich der 70-jährige Behrouz Asadi bequem machen. Er ist seit mehreren Jahren in Rente und könnte seine freie Zeit genießen.
Stattdessen arbeitet er immer noch acht bis neun Stunden täglich, um Flüchtlingen und benachteiligten Menschen zu helfen. Außerdem prangert er regelmäßig Menschenrechtsverletzungen an, vor allem in seiner früheren Heimat Iran.
Asadi widmet Bundesverdienstkreuz politisch verfolgten Menschen
Behrouz Asadi sagt, das Bundesverdienstkreuz gehöre allen, die im Iran und weltweit für Freiheit und Menschenrechte kämpfen – denen, die inhaftiert, verfolgt oder im Exil leben und dennoch ihre Stimme für Wahrheit, Gerechtigkeit und Leben erheben würden.
Im laufenden Jahr wurden im Iran bereits mehr als 1.000 Menschen hingerichtet, heißt es in einem Bericht von Amnesty International. Das Mullah-Regime versuche so, mit Gewalt an der Macht zu bleiben. Behrouz Asadi ist dennoch optimistisch. Er ist sich sicher, dass dies bald ein Ende haben wird.
Bürgerrechtler Asadi zählt auf iranische Frauen
Asadi setzt dabei auf die iranischen Frauen. Insbesondere der iranischen Bewegung "Frau, Leben, Freiheit" komme dabei eine besondere Bedeutung zu. Sie war nach dem gewaltsamen Tod von Jina Mahsa Amini weltweit bekannt geworden. Amini soll durch die iranische Sittenpolizei getötet worden sein, nachdem sie angeblich gegen das so genannte Hidschāb-Gesetz verstoßen haben soll.
Schloss Burg Namedy Schauplatz der Ordensverleihung Bundespräsident ehrt Engagement in Rheinland-Pfalz
Es ist eine große Auszeichnung für die fünf Frauen und vier Männer aus RLP. Bundespräsident Steinmeier hat ihnen den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen.
Asadi widmet deshalb das Bundesverdienstkreuz der Bewegung "Frau, Leben, Freiheit" und dem Andenken an Jina Amini. "Ihr Name steht für das weltweite Symbol für Würde, Mut und Hoffnung", so Asadi.
Menschenrechtler Asadi auch in Mainz gefährdet
Asadi weiß selbst um die Gefahren, denen er sich auch in Deutschland aussetzt. Denn die Mullahs haben auch hierzulande gewaltbereite Anhänger.
Asadis Büro in der Mainzer Innenstadt ist deshalb äußerst diskret in einem Mehrfamilienhaus untergebracht. Kein Klingelschild weist darauf hin, dass er dort arbeitet.
Ursprünglich als Student nach Mainz und Frankfurt gekommen
Asadi war ursprünglich als Student nach Deutschland gekommen. Er hatte an der Universität Mainz Geografie und Pädagogik studiert und schnell begonnen, sich politisch zu engagieren.
Die Entwicklungen in seiner Heimat Iran bis zur Islamischen Revolution am 1. April 1979 hätten es für ihn unmöglich gemacht, in den Iran zurückzukehren, erzählt er. Sein politisches Engagement habe ihm auch schnell den Zorn des Regimes in Teheran eingebracht. Aus diesem Grund hat er seine Heimat seither nie wiedergesehen.
Asadi hat schon viele Auszeichnungen
In Mainz war er jahrzehntelang für den Malteser Hilfsdienst aktiv. Er hat unter anderem das "Haus der Kulturen" in Mainz geleitet. Asadi hilft ehrenamtlich Geflüchteten in Deutschland Fuß zu fassen. Zudem ist er im Flüchtlingsrat Mainz aktiv.
2014 hat das Land Rheinland-Pfalz Behrouz Asadi für seine Arbeit bereits mit der Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.
Bundesverdienstkreuz in Andernach von Bundespräsident verliehen
Behrouz Asadi ist sehr stolz, dass er jetzt das Bundesverdienstkreuz für seine Arbeit bekommen hat. "Ich danke der Bundesrepublik Deutschland und insbesondere dem Bundespräsidenten für diese besondere Geste der Wertschätzung", so Asadi.
Bundespräsident Steinmeier hat Behrouz Asadi das Bundesverdienstkreuz auf Schloß Namedy in Andernach verliehen. Mit ihm bekamen fünf Frauen und drei weitere Männer aus Rheinland-Pfalz den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.
Die Zeremonie war der letzte Programmpunkt von Steinmeiers "Ortszeit Deutschland". Dabei besucht der Bundespräsident regelmäßig Städte in Deutschland und verlegt dorthin vorübergehend seinen Amtssitz. Diesmal war er für drei Tage in Andernach.