Derzeit gehen die Ermittler davon aus, dass mindestens ein männlicher Täter den Mitarbeiter eines Geldtransportunternehmens am Freitagmorgen abgepasst hatte. Gesucht wird ein etwa 1,80 Meter großer Mann, der einen weißen Overall, ähnlich einem Imkeranzug, trug.
Die Polizei versuche weiter, Puzzleteile zusammenzufügen und führe auch am Wochenende weitere Anhörungen und Befragungen durch, wie Jürgen Fachinger, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Koblenz am Samstag mitteilte. Auch würden noch Spuren vom Tatort ausgewertet.
Am frühen Freitagnachmittag hatten Spezialkräfte der Polizei zwei Menschen aus einem verschlossenen Raum in einer Filiale der Volksbank befreit. Wie sich erst später herausstellte, ging ein Raubüberfall auf einen Geldtransporter voraus.
Die Polizei war am Morgen alarmiert worden. Es hieß, mehrere Täter hätten in dem Bankgebäude Menschen in ihrer Gewalt, darunter den Fahrer eines Geldtransporters. Mehrere Hundert Einsatzkräfte versammelten sich vor Ort.
Erst am frühen Nachmittag kam dann die Erleichterung: Polizeisprecher Jürgen Fachinger gab das Ende des Einsatzes bekannt. Noch ist aber vieles unklar.
Wie ist der Stand vor Ort?
Am frühen Freitagabend war noch die Spurensicherung vor Ort in der Bank. Polizeitrupps waren unterwegs. Sie teilten das Gebiet in Sektoren auf und suchten die Gegend ab.
Am Samstag hingegen erinnerte in der Innenstadt schon nichts mehr an den Großeinsatz der Polizei: Die Bank ist von außen unbeschädigt, der Geldautomat kann normal benutzt werden und auch die gegenüberliegende Eisdiele öffnete wieder. Auf dem Platz, auf dem sich am Freitag die Einsatzkräfte gesammelt hatten, fand am Samstag ein Inklusionsfest statt.
Was steht gesichert fest?
Die Beamten wurden um 9:00 Uhr über den Vorfall informiert. Dabei handelte es sich laut Polizei um einen automatisierten Notruf, der bei Banken üblich sei. Der vor der Volksbank abgestellte Geldtransporter stand auch am Nachmittag noch da.
Nach mehreren Stunden befreien Spezialkräfte der Polizei zwei Menschen aus einem verschlossenen Raum der Bank - von den mutmaßlichen Tätern fehlt jede Spur.
Die Ermittler gehen davon aus, dass mindestens ein männlicher Täter, ca. 1,80 m groß, bekleidet mit einem weißen Overall den Mitarbeiter eines Geldtransportunternehmens abgepasst hat. Er entwendete einen Behälter mit Bargeld. Im Anschluss wurden der Mitarbeiter des Transportunternehmens und eine weitere Person in einem separaten Raum in der Bankfiliale eingeschlossen.
Die Polizei macht derzeit keine Angaben, wer die zweite Person ist - lediglich, dass es keine Kundin oder kein Kunde der Bank war. Vermutlich noch vor dem Eintreffen der ersten Polizeikräfte dürften der oder die Täter das Gebäude verlassen haben.
Das war der Live-Ticker zum Polizeieinsatz in Sinzig Raubüberfall auf Bankfiliale in Sinzig - Täter weiter flüchtig
Die Polizei hat aus einer Bankfiliale in Sinzig zwei eingesperrte Menschen befreit. Der oder die Täter hätten den Tatort vermutlich schon vor Stunden verlassen. Nach ihnen wird weiter gefahndet.
Wie lief der Einsatz ab?
Polizei und Rettungskräfte waren mit einem massiven Aufgebot vor Ort. Unter anderem rückten Spezialkräfte und ein Verhandlungsteam der Polizei an. Zu den mutmaßlichen Geiselnehmern bestand über die gesamte Zeit kein Kontakt. Als Vorsichtsmaßnahme wurde vom DRK und vom Katastrophenschutz Ahrweiler eine Rettungsstation eingerichtet. Auch ein Hubschrauber war im Einsatz.
Welche Vorsichtsmaßnahmen gab es in der Stadt?
Rund um die Bank wurde ein Bereich großräumig abgesperrt. Für Bürgerinnen und Bürger, die sich außerhalb des Gebiets befanden, bestand laut Polizei keine Gefahr. Das galt auch für die Menschen, die sich in der abgesperrten Zone aufhielten. Sie sollten aber die Häuser nicht verlassen. Für betroffene Anwohner, die nicht in ihre Wohnungen in der Sperrzone konnten, wurde eine Betreuungsstelle eingerichtet.
Am Freitagabend dann wurden alle Absperrmaßnahmen wieder aufgehoben. Am Samstag könne wieder "ein Stück weit Normalität" einkehren, so Fachinger.
Was ist noch unklar?
Es ist unklar, wie viele Täter es waren. Von der Information zu dem Mann im "Imkeranzug" abgesehen gibt es noch keine Personenbeschreibung und keine Angaben zu ihnen. Unklar ist auch, wie die Tat genau ablief. Wann flüchteten die Täter? Die Polizei will nun erst einmal ermitteln und setzt auf die Aussagen der beiden Opfer.
Waren sie im Tresorraum eingesperrt? Das wollte die Polizei nicht dementieren, bestätigte es aber auch nicht. Wurde Geld erbeutet? Ja - aber, wie viel, ist noch unbekannt. Der genaue Tatvorwurf muss noch geklärt werden: war es vielleicht eine kurze Geiselnahme, war es ein Raubüberfall, ein Banküberfall oder eine Freiheitsberaubung?