Prozess am Landgericht in Koblenz

Versuchter Mord in Altenkirchen: 20-Jähriger gesteht Messerstich

Vor dem Landgericht Koblenz hat der Prozess gegen einen 20-Jährigen begonnen. Er soll in Altenkirchen einen Mann mit einem Messer verletzt haben - und hat das vor Gericht auch zugegeben.

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Stand

Von Autor/in Andrea Kaltheier

Der 20 Jahre alte Mann mit einem langen und gepflegten blonden Haarzopf spricht sehr leise, aber deutlich und mit klaren Worten. Beim Prozessauftakt am Montag liest zuerst seine Anwältin eine schriftliche Einlassung ihres Mandanten vor. Danach schildert der Angeklagte die Tat und sein bisheriges Leben.

Ich habe mich von ihm bedroht gefühlt und habe Panik bekommen.

Am 30. August 2025 war er demnach am alten Bahnhof in Altenkirchen, einem nach seinen Aussagen beliebten Treffpunkt um gemeinsam Alkohol zu trinken und auch Drogen zu nehmen. Dort sei es zu einem Streit zwischen seiner Freundin und der Partnerin des Opfers gekommen.

Von dem Mann, den er nur flüchtig gekannt habe, habe er sich nach dem Streit bedroht gefühlt, schildert der in Hachenburg geborene Angeklagte. "Er riss mir meine Kette vom Hals, dann packte er mein T-Shirt und riss es auseinander. Er war größer als ich, ich habe Panik bekommen", erklärt der 20-Jährige am ersten Prozesstag.

"Schatz, der hat auf mich eingestochen"

Dann habe er sein Springmesser aus der Hosentasche geholt und seinem Gegenüber ein Mal in den Bauch gestochen. Danach soll der Verletzte laut Gericht gerufen haben: "Schatz, der hat auf mich eingestochen".

Der 20-Jährige schildert weiter, dass er dann nach Hause zu seiner Mutter gegangen sei. Das Messer habe er unterwegs einen Abhang herunter geworfen und daheim sein zerrissenes T-Shirt in einen Mülleimer. Er habe am Nachmittag Cannabis geraucht. Das Opfer und seine Freundin seien betrunken gewesen, so der Angeklagte.

Laut Gericht erlitt das Opfer bei dem Messerstich eine 15 Zentimeter tiefe Stichwunde. Der 30-Jährige kam mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik und musste notoperiert werden.

Der Angeklagte war schon monatelang im Gefängnis

Vor Gericht schildert der Angeklagte auch seinen bisherigen Lebensweg. Demnach hat er mit 13 Jahren das erste Mal Cannabis konsumiert, später auch Alkohol getrunken und härtere Drogen genommen. Die Schule habe er immer wieder geschwänzt, Jobs auch immer wieder nach kurzer Zeit aufgegeben.

Schließlich habe er aber doch noch seinen Realschulabschluss gemacht. 2023 kam er laut Gericht zum ersten Mal in Haft, nach Aussage seiner Anwältin wegen eines Messereinsatzes. Am ersten Verhandlungstag wurden bereits erste Zeugen vernommen. Der Prozess ist bis zum 23. Juni 2026 terminiert.

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Andrea Kaltheier
Multimediareporterin Andrea Kaltheier

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