Wenn es um die Energiewende geht, ist Stephan Szasz mit Überzeugung bei der Sache. Sein Haus in Welschneudorf im Westerwald hat er auf verschiedenste Art und Weise mit erneuerbaren Energiequellen aufgerüstet - von der Photovoltaikanlage bis zur Wärmepumpe. Und: Er betreibt sogar eine öffentliche Ladesäule für Elektroautos auf seinem Grundstück.
Vieles davon hat der Westerwälder in den letzten Jahren selbst gebaut und dadurch Kosten gespart. Denn von staatlicher Förderung hat Szasz eigener Aussage nach kaum profitiert.
Mit Photovoltaikanlage, Wärmepumpe und Batteriespeicher möglichst autark
Auf dem Dach seines Hauses hat der Westerwälder eine Photovoltaikanlage installiert. Sie ist in verschiedene Himmelsrichtungen ausgerichtet. Auf der Seite, wo nachmittags und abends die Sonne scheint, sind die meisten Module. "So können wir nach Feierabend unsere beiden E-Autos gut mithilfe der Sonne wieder aufladen", erklärt Szasz.
Sein Haus hat außerdem eine Wärmepumpe und einen Batteriespeicher, um überschüssigen Strom speichern zu können. Der Batteriespeicher versorge das Haus auch dann mit Strom, wenn etwa der Strom ausfalle oder die Sonne nicht scheine. "Wenn wir unseren Strombedarf hier im Haus dann aufs Nötigste reduzieren, liefert uns der Speicher Strom für rund 40 Stunden", rechnet der Westerwälder vor.
Wir wollen die E-Mobilität auf dem Land voranbringen.
Westerwälder will E-Mobilität auf dem Land fördern und voranbringen
Und dann ist da noch die öffentliche Ladesäule für E-Autos auf seinem Grundstück: ein Parkplatz unter einem Carport, dessen Dach komplett aus Photovoltaikmodulen besteht. Die werde gut angenommen, 35 Cent pro Kilowattstunde berechnet Szasz den Nutzern, wenn sie ihr E-Auto aufladen. Daran verdiene er nicht viel, meint der Westerwälder. "Wir wollen aber zeigen, dass sowas möglich ist und die E-Mobilität auf dem Land damit voranbringen."
Früher nie Gedanken um CO2-Ausstoß gemacht
Für erneuerbare Energien hat sich Szasz aber nicht schon immer interessiert. "Der Klimawandel ist spürbar, da überlegt man schon, welchen Anteil hatte man da in den letzten Jahren selbst dran." Sein Anteil sei hoch gewesen. Er habe sich viele Jahre keine Gedanken darüber gemacht, was aus dem Schornstein oder dem Auspuff kommt. Irgendwann habe er aber erkannt, dass es Alternativen gebe, die auch bezahlbar für ihn seien.
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Gutes Gefühl unabhängiger von Konzernen zu sein
Stephan Szasz ist überzeugt davon, dass Strom künftig dezentral produziert werden sollte. Da könne jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten mitmachen, meint er. "Wir produzieren hier im Jahr mehr als 20 Megawattstunden Strom und kommen damit von März bis Oktober autark über die Runden."
Der Klimawandel ist spürbar, da überlegt man schon, welchen Anteil hatte man da in den letzten Jahren selbst dran.
Im Winter muss der Westerwälder aber Strom dazu kaufen, weil dann die Sonne weniger scheint. Deshalb baut er gerade einen zweiten Batteriespeicher. Dann kann er im Winter nachts Strom einkaufen und für den Tag speichern, denn nachts sei der Strompreis niedriger. Szasz hat sogar schon über eine kleine Windkraftanlage für sein Haus nachgedacht, die lohne sich aber nicht.
"Ich schaue gern auf das, was ist jetzt schon möglich. Auch wenn das vielleicht nur eine Übergangslösung ist, weil man nicht weiß, was noch kommt", meint Szasz. Aus Übergangslösungen könnten sich auch neue und bessere Lösungen entwickeln. Sich zurückzulehnen und abzuwarten, ist für den Westerwälder keine Option. "Das bringt uns nicht voran", sagt er.