Die Flutkatastrophe 2021 hatte in Sinzig schwere Schäden angerichtet: Drei Werkbereiche, die Tagesförderstätte und ein Gewächshaus der Caritas Werkstätten standen komplett unter Wasser. Heute, vier Jahre später, ist der Wiederaufbau abgeschlossen.
Flutkatastrophe bleibt Teil der Caritas Werkstätten in Sinzig
Zur Wiedereröffnung ist ein Raum der Erinnerung entstanden. Er unterscheidet sich bewusst von den belebten Arbeitsbereichen - hier ist es ruhig, hier wird sich vor allem erinnert. Unter den 135 Flutopfern im Ahrtal waren auch Bewohnerinnen und Bewohner des Lebenshilfe-Hauses in Sinzig, die in den Werkstätten gearbeitet und betreut worden waren. Während der Feier zur Wiedereröffnung wurde ihrer mit einer Schweigeminute gedacht.
Ein sichtbares Zeichen der Zerstörung war auch die Statue der Heiligen Elisabeth, die als große Schutzpatronin der Caritas gilt. Sie stand während der Flut im Juli 2021 vier Meter unter Wasser. Erst knapp zwei Jahre später konnte sie restauriert werden, nachdem das Material vollständig durchgetrocknet war. Heute hat sie wieder ihren Platz an der Stelle gefunden, wo sie damals beschädigt worden war.
Der Wiederaufbau der Werkstätten zog sich über mehrere Etappen
Im Mai 2023 wurde laut der Caritas zunächst das Werk III wieder in Betrieb genommen, später im Jahr kehrte die Tagesförderstätte in ihre sanierten Räume zurück. Im Frühjahr 2024 folgte Werk II mit Wäscherei, Kfz-Zulassungsstelle, Montage und Gartenpflege, auch das Gewächshaus "Radicula" öffnete wieder. Im Mai 2025 kam ein neuer Hofladen hinzu. Ende Juli schließlich wurde mit Werk I der letzte Gebäudeteil fertiggestellt - mit Schreinerei, Küche und Verwaltung. Damit kehrt jetzt für alle Beteiligten ein Stück Normalität zurück.
Unterstützung durch Spenden
Für den Wiederaufbau kamen nach Angaben von Projektleiter Franz-Josef Bell rund 500.000 Euro an Spenden zusammen. Bell betonte bei der Wiedereröffnung, wie froh er sei, dass nun wieder alle Mitarbeitenden an einem Standort zusammen sind. Und auch Ministerpräsident Alexander Schweitzer würdigte den Wiederaufbau bei der Feier in Sinzig als "Chance, aus der Krise heraus ein Vorbild für die Zukunft zu sein".
Interessierte sind zum Tag der offenen Tür eingeladen
Zum Abschluss der Wiedereröffnung laden die Caritas-Werkstätten am Sonntag, den 21. September, zu einem Tag der offenen Tür ein. Besucherinnen und Besucher können sich dann von 10 bis 17 Uhr ein Bild von den Werkbereichen und Angeboten machen.
In den Werkstätten arbeiten derzeit etwa 170 Menschen mit Behinderung zusammen mit rund 80 Fachkräften. Die Angebote reichen von Garten- und Landschaftspflege über Wäscherei bis hin zu mobilen Arbeitsgruppen. Rund 30 Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf besuchen die Tagesförderstätte.