Bei dem bundesweiten Ranking des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zur Versorgung von Kommunen mit Ärzten, Schulen, schnellem Internet und vielen anderen Infrastruktur-Angeboten landet Rheinland-Pfalz von allen westdeutschen Bundesländern auf dem letzten Platz.
Im Vergleich aller Bundesländer liegt Rheinland-Pfalz auf dem drittletzten Platz vor Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.
Rote Laterne für Hirschthal in der Südwestpfalz
Wie haben die verschiedenen Gemeinden in RLP genau abgeschnitten? Besonders düster sieht es dabei der Studie zufolge in Hirschthal in der Südwestpfalz aus: Für die kleine Gemeinde reicht es sogar bundesweit nur für den letzten Platz.
Auch für die zum Eifelkreis Bitburg-Prüm gehörenden Dörfer Übereisenbach, Waldhof-Falkenstein, Affler oder Reipeldingen sieht es im Ranking nicht viel besser aus. Und Keppeshausen ebenfalls im Kreis Bitburg-Prüm schafft es nur zum drittletzten Platz in Rheinland-Pfalz.
Winningen im Landkreis Mayen-Koblenz kommt in der Studie bundesweit auf den aus RLP-Sicht bestplatzierten Rang 105 von insgesamt 10.817 Plätzen, gefolgt von Germersheim auf Platz 113 und Wirges auf Rang 173. Die Landeshauptstadt Mainz ist auf Platz 262, gefolgt von Andernach mit Rang 271.
Die bundesweit beste Versorgung gibt es in der Stadt Haar bei München, gefolgt von den hessischen Städten Offenbach und Frankfurt.
Rund 11.000 Gemeinden wurden untersucht
Die Studie hat sich alle 11.000 eigenständigen Städte und Gemeinden in Deutschland angeschaut. Dann hat man untersucht, wie viele Ärzte, Krankenhäuser, Apotheken gibt es dort. Wie sieht es mit Kitas, Grundschulen und weiterführenden Schulen aus. Wie gut sind Brücken, wie sieht es mit der Anbindung an Autobahnen aus. Zudem wurde gefragt, wie erreichbar Schwimmbäder und Museen sind.
Gewerkschaft: Studie ist ein Weckruf
Ver.di-Landesbezirksleiterin Marion Paul erklärt mit Blick auf die Studie: "Die Studie ist ein Weckruf für die neue Landesregierung. Viele Menschen erleben jeden Tag, dass vor Ort etwas fehlt. Der Bus, die Arztpraxis, der Kitaplatz oder das Schwimmbad. Wer Vertrauen in Demokratie stärken will, muss die öffentliche Daseinsvorsorge stärken."