Jürgen Knoll vom ver.di-Bezirk Pfalz sagt, dass der Streik ein Erfolg gewesen sei. Von Freitagnacht bis Samstagmittag seien es 400 bis 500 Streikende gewesen. Die genauen Zahlen sollen aber noch ausgewertet werden. Es habe sehr viele Kolleginnen und Kollegen gegeben, die ihren Weg zu ver.di gefunden hätten und Mitglied geworden seien, so Knoll weiter. Sie hätten gemerkt, dass es Sinn ergebe, in einer starken Gemeinschaft zu sein.
Rund um den Black Friday - das seien für den Internethändler Amazon die umsatzstärksten Tage des Jahres, teilte ver.di mit. Deshalb hatte die Gewerkschaft die Beschäftigten von Amazon im Logistikzentrum am Standort Frankenthal zu Beginn der Spätschicht am Black Friday um 22:45 Uhr zum Streik aufgerufen. Die Arbeitsbelastung sei aktuell durch die vielen Online-Bestellungen besonders hoch.
Kein Tarifvertrag bei Amazon
Ver.di wollte mit dem Streik auf die Tarifauseinandersetzung mit Amazon aufmerksam machen, die schon seit über zehn Jahren läuft. Es gibt keine Tarifverträge bei Amazon. Das Unternehmen Amazon "verweigert bislang jegliche Gesprächsbereitschaft", so ver.di.
Amazon: Unternehmen will Arbeitszufriedenheit verbessern
Ein Amazon-Sprecher betonte in einem Statement an den SWR, dass der Streikaufruf auf wenige Standorte begrenzt gewesen sei. Die Lieferungen seien pünktlich geblieben und die Streiks hätten keine Auswirkungen auf den Service. Amazon setze auf wettbewerbsfähige Löhne und gute Extras für Mitarbeitende. Das Unternehmen arbeite eng mit den Mitarbeitenden zusammen, um die Arbeitszufriedenheit weiter zu verbessern.
Auf die Frage, wie es denn nach dem Streik jetzt weiter geht, antwortete Jürgen Knoll: "Nach dem Streik schnaufen wir jetzt mal durch. Wir werden jetzt mit den Kolleginnen und Kollegen in Frankenthal, aber auch in der bundesweiten Abstimmung, in den nächsten Wochen und Monaten entscheiden, wie es weitergeht."
Die Streiks bei Amazon sind Knoll zufolge mehrmals im Jahr, weil die Beschäftigten keinen Tarifvertrag haben und es von daher auch keine Friedenspflicht oder Ähnliches gebe.
Erstmals Streik um Tarifvertrag in Frankenthal
Laut Gewerkschaft war es das erste Mal, dass sich der vor sieben Jahren eröffnete Amazon-Standort Frankenthal am Streik für Tarifverträge beteiligt hatte. In Frankenthal sind ver.di zufolge rund 2.000 Mitarbeiter beschäftigt, bundesweit 20.000.