Es sind kleine Risse, ganz klein, nur im Mikroskop erkennbar, die gerade dafür sorgen, dass 66.000 Menschen nicht wie gewohnt auf der B9 fahren können. Auf einer Brücke bei Speyer hat man sie entdeckt. Die B9 ist dort seit dem 19. September wegen der Baustelle gesperrt.
Die Risse sorgten dafür, dass am Montagvormittag der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Achim Schwickert (CDU) nach Speyer fuhr, um mit der Speyerer Oberbürgermeister Stefanie Seiler (SPD) und Mitarbeitern des Landesbetriebs Mobilität Rheinland-Pfalz darüber zu beraten, wie es auf der B9 weitergehen soll.
B9 bei Speyer: Notstütze für marode Brücke
Das Ergebnis: Bis Mitte November soll die B9 wieder voll befahrbar sein. Die einsturzgefährdete Brücke soll durch Notstützen gesichert werden.
"Wir brauchten eine schnelle Lösung, damit der Verkehr wieder fließen kann", sagte Verkehrsminister Schwickert. Insgesamt drei Stützen werden unter die Brücke gebaut. Sie sollen einen Teil der Traglast übernehmen.
Neue Umleitungen ab Montag Marode B9-Brücke bei Speyer soll abgerissen werden - Notstütze im Gespräch
Die beschädigte B9-Brücke bei Speyer muss wohl abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Das hat Landesverkehrsminister Achim Schwickert (CDU) mitgeteilt. Im Gespräch: Eine Notstütze für die Brücke, um die B9 wieder zu öffnen.
Marode Brücke bei Speyer: Es braucht einen Neubau
Das alles sei aber nur eine Übergangslösung, so Schwickert. In den kommenden zwei bis zweieinhalb Jahren soll die marode Brücke durch eine neue Brücke ersetzt werden.
Dafür soll das Grundgerüst der aktuellen Brücke bestehen bleiben. "Der Ersatzbau soll in den Grenzen des jetzigen Bauwerks stattfinden, damit das ebenfalls schnell funktioniert", sagte der Minister.
Das Problem: Spannungsrisskorrosion
Denn dass kleinen Risse großes Übel verursachen können, zeigte sich vor zwei Jahren in Dresden. Damals stürzte die Carola-Brücke ein. Sie hatte das gleiche Problem wie die B9-Brücke. Der Fachbegriff für die winzigen Risse: Spannungsrisskorrosion.
"Die Brücke ist zwar nicht akut einsturzgefährdet, weil der Verkehr ja aktuell nicht drüber fährt", sagte der Chef des Landesbetriebs Mobilität (LBM), Martin Schafft, dem SWR. Langfristig helfe aber nur ein Neubau.
Bis Mitte November wird der Verkehr weiterhin umgeleitet. Mehr dazu hier: