Die allgemein schwächelnde Konjunktur in Europa bekommt auch der Ludwigshafener Chemieriese weiter zu spüren. Nach BASF-Angaben ist der Umsatz im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um drei Prozent zurückgegangen. Der Betriebsgewinn sank um fünf Prozent. Nur in China konnte das Unternehmen beim Umsatz leicht zulegen, nämlich um fünf Prozent.
BASF-Vorstand: 2024 konzernweit rund 3.000 Jobs abgebaut
Unterdessen gab Vorstandschef Markus Kamieth bekannt, dass BASF im vergangenen Jahr rund 3.000 Jobs abgebaut hat, allerdings betrifft das alle Standorte des Konzerns. Und Kamieth machte klar, dass der Stellenabbau auch im Ludwigshafener Stammwerk fortgesetzt werde. Konkrete Zahlen, wie viele Stellen in Ludwigshafen konkret wegfallen werden, nannte das Unternehmen auf seiner Pressekonferenz am Mittwoch nicht. Im Stammwerk sind nach Angaben der BASF aktuell 33.000 Menschen beschäftigt.
Markus Kamieth: Noch keine Einigung bei Standortsicherung
Der Vertrag zur Standortsicherung zwischen Firmenleitung und Betriebsrat läuft unterdessen am Ende des Jahres aus. Dieser Standortsicherungsvertrag schützt die Beschäftigten in der Regel vor betriebsbedingten Kündigungen. Außerdem werden darin Investitionen in den Standort Ludwigshafen vereinbart. Nach Aussage von Vorstandschef Kamieth sind die Verhandlungen über einen neuen Standortsicherungsvertrag mit dem Betriebsrat noch nicht abgeschlossen. Es seien schwierige und intensive Gespräche, die aber auf einem guten Weg seien, so Kamieth.
Quartalszahlen veröffentlicht BASF in Ludwigshafen: Der Umsatz bleibt gleich, die Sorgen auch
Die BASF hält ihren Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres-Quartals und kann ihren Betriebsgewinn leicht steigern. Das hat der Konzern am Mittwoch mitgeteilt. Aber diese Zahlen für das dritte Quartal täuschen nicht über die Schwierigkeiten der BASF hinweg.
Ende 2025 öffnet neues Chemiewerk in China
Die BASF hat angekündigt, dass in Zhanjiang im Süden Chinas bis Ende des Jahres ein neues Werk eröffnet wird. Und das soll mit rund 8,7 Milliarden Euro weniger kosten als die ursprünglich geplanten zehn Milliarden Euro. Zum Grund sagte der Vorstandschef am Mittwoch: Das Projekt sei sehr diszipliniert mit einer Spitzenleistung im Einkauf umgesetzt worden. Allerdings hat die BASF auch in China einige Anlagen gestrichen, die ursprünglich geplant waren.
Das Werk in China wird zu einem Zeitpunkt fertig, an dem es dort große Überkapazitäten bei Chemieprodukten gibt. BASF-Vorstandschef Kamieth geht aber davon aus, dass der Standort nicht zu groß geplant ist. Die Größe ermögliche eben auch eine kostengünstige Produktion, so Kamieth. Mit dem Geldverdienen wird es nach seiner Einschätzung aber nicht so schnell nach oben gehen, wie ursprünglich gedacht. Bis 2030 soll das Werk in Zhanjiang rund eine Milliarde Euro zum Betriebsgewinn der BASF beisteuern.