Das Chemieunternehmen BASF und die Ludwigshafener Berufs-Feuerwehr haben auf SWR-Anfrage weitere Details über den Austritt von Chemikalien am Sonntag im Werksteil Süd bekannt gegeben. Die Bevölkerung sei ausreichend alarmiert worden, teilten die Verantwortlichen mit. Nach Angaben einer BASF-Sprecherin konnte der Einsatzleiter am Sonntag kurz nach dem Produktionsaustritt um 7.20 Uhr die Lage gut einschätzen. Da er von keiner Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung ausging, habe BASF empfohlen, auf den Einsatz ihrer Sirenen zur Warnung der Bevölkerung zu verzichten.
Warnung kam von der Berufsfeuerwehr
Laut BASF werden mögliche Auswirkungen auf das öffentliche Umfeld eng mit der Ludwigshafener Berufsfeuerwehr abgestimmt. Diese sei für die Warnung für die Bevölkerung zuständig. Etwa eine halbe Stunde gab die Berufsfeuerwehr Ludwigshafen eine Gefahrenmeldung über Apps und im Internet heraus, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Nach Angaben der Ludwigshafener Feuerwehr wurden nur geringe Mengen der Chemikalien freigesetzt, die jedoch eine starke Geruchsbelästigung verursachten.
Keine Verletzten durch Produktaustritt
Durch den Zwischenfall am Sonntag sei niemand verletzt worden. Nach Angaben der BASF lagen nach dem Schadstoffaustritt "alle gemessenen Werte weit unterhalb der kritischen Grenzwerte." Das Unternehmen geht davon aus, dass weder die Bevölkerung noch die Umwelt gefährdet gewesen ist. Die Berufsfeuerwehr Ludwigshafen bestätigte diese Informationen.
Warnung über KATWARN
Am Sonntagmorgen hatten die Behörden über Warn-Apps wie KATWARN sowie per Cell Broadcast eine Warnung verbreitet. In der Gefahrenmitteilung war zunächst von einer nicht näher bezeichneten "chemischen Gefahr" die Rede gewesen.
Die Berufsfeuerwehr Ludwigshafen hatte die Anwohner aufgerufen, Fenster und Türen geschlossen zu halten, Lüftungen und Klimaanlagen abzuschalten und sich in geschlossenen Räumen aufzuhalten. Die Warnung galt auch für Teile des Mannheimer Stadtgebiets. Nach Angaben der Einsatzkräfte traten die Schadstoffe am Sonntagmorgen wegen einer betrieblichen Störung aus.
Feuerwehr Ludwigshafen gibt Entwarnung
Später reduzierte die Feuerwehr die Gefahrenmeldung in Abstimmung mit der BASF allerdings auf eine "Gefahreninfo". Um 11:20 Uhr kam die Entwarnung über KATWARN, dass nach dem Austritt von Schadstoffen bei der BASF alle Warnungen aufgehoben sind.
Laut Feuerwehr kam es zu Geruchsbelästigung im Stadtgebiet. Wie der Einsatzleiter auf SWR-Anfrage mitteilte, hat die Feuerwehr Luftproben in den Stadtteilen genommen, die jetzt untersucht werden.
Werkfeuerwehr stoppt Produktaustritt
Die BASF teilte am Vormittag mit, dass um 7:20 Uhr im BASF-Werk "ein Gemisch aus Ethylacrylat-Ethanol, Dimethylaminoethanol sowie Dimethylaminoethylacrylat" ausgetreten ist. Die Werkfeuerwehr habe "das Produkt mit Bindemittel aufgenommen und fachgerecht entsorgt."
BASF gibt Info zu Schadstoffen
Laut Unternehmen weisen die ausgetretenen Produkte folgende Kennzeichen auf: "Flüssigkeit und Dampf leicht entzündbar, Lebensgefahr bei Einatmen, Gesundheitsschädlich bei Verschlucken, giftig bei Hautkontakt" und die Produkte verursachen "schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden."
Schadstoffaustritt: Verletzt wurde niemand
Auch Messwagen der BASF seien im Einsatz gewesen. Die Ursache für den Produktaustritt sei unklar und werde derzeit untersucht. Verletzt wurde niemand.
Die Berufsfeuerwehr Ludwigshafen war nach eigenen Angaben mit zwei Mann der technischen Einsatzleitung vor Ort. Weitere 13 Einsatzkräfte seien mit Messfahrzeugen im Stadtgebiet unterwegs gewesen.
Bürgertelefon erreichbar
Die BASF hat ein kostenloses Bürgertelefon unter der Telefonnummer 0800/ 50 50 500 eingerichtet. Nach BASF-Angaben wurden am Sonntag 80 Anrufe angenommen. Als sich die Zahl der Anrufer reduzierte, sei am frühen Nachmittag eine Bandansage geschaltet worden.