Bilanzpressekonferenz der BASF

Wie geht es weiter mit dem Stammwerk der BASF in Ludwigshafen?

Das Stammwerk der BASF in Ludwigshafen muss Kosten einsparen. Das war die Ansage des Chemiekonzerns vor einem Jahr. Und glaubt man Vorstandschef Markus Kamieth, dann klappt das auch. Aber: Es wird schmerzhaft.

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Von Autor/in Hartmut Reitz

Die Ansage war deutlich: Das Stammwerk in Ludwigshafen muss eine Milliarde Euro laufende Kosten einsparen - bis Ende 2026. Denn das Werk schreibt nach Unternehmensangaben seit Jahren rote Zahlen. Im vergangenen Jahr ist das Sparprogramm angelaufen, einzelne Anlagen im Werk wurden stillgelegt und auch Stellen abgebaut. Rund zehn Prozent der Einspar-Vorgabe sind in 2024 schon umgesetzt worden. Der größte Brocken kommt also noch.

Weniger Verluste in Deutschland

Und auch die Verluste, die die BASF in Deutschland macht, seien schon kleiner geworden: "Wir sind fast eine Milliarde besser geworden", sagte Finanzvorstand Dirk Elvermann. Wichtig sei, das Kosteneinsparprogramm jetzt auch wirklich durchzuziehen. Wieviele Arbeitsplätze wird das kosten in Ludwigshafen?

Dass es schmerzhaft wird, ist schon klar.

BASF will keine Zahl für Stellenabbau nennen

Vorstandschef Markus Kamieth möchte lieber nicht eine plakative Zahl "ins Schaufenster" stellen. Denn daraus werde dann ganz schnell ein Ziel an sich. Es gehe aber nicht um Stellenabbau, sondern dass der Standort wieder wettbewerbsfähig wird. Das wird natürlich eine Menge Stellen kosten. Markus Kamieth: "Dass es schmerzhaft wird, ist schon klar".

Markus Kamieth, Vorstandsvorsitzender des Chemiekonzerns BASF, spricht bei der Bilanzpressekonferenz des Chemiekonzerns BASF am 28. Februar 2025
Markus Kamieth, Vorstandsvorsitzender des Chemiekonzerns BASF, spricht bei der Bilanzpressekonferenz des Chemiekonzerns BASF am 28. Februar 2025 picture alliance/dpa | Uwe Anspach

Schon bei einem ersten Sparprogramm war von 2.500 Stellen die Rede, die in Ludwigshafen wegfallen sollten. Mit der zusätzlichen Milliarde an Kostenreduzierung würden sicherlich nochmal so viele dazu kommen. Ob es dann so schmerzhaft wird, oder noch schmerzhafter? Die BASF sagt nichts dazu.

BASF in Ludwigshafen: Zahl der Angestellten weniger transparent

Stattdessen stellt das Unternehmen eben mal seinen vierteljährlichen Bericht über die Beschäftigtenzahlen am Standort Ludwigshafen ein. Nur noch einmal im Jahr soll jetzt eine Zahl für den Standort genannt werden.

So gibt es im Moment nur die Zahl vom 30. September 2024 - damals arbeiteten 38.221 Menschen für die BASF in Ludwigshafen. Seit dem großen Stellenabbau in den 1990er Jahren hat das Werk grob diese Größenordnung.

BASF ist damit der größte Arbeitgeber in Rheinland-Pfalz und für viele Menschen in der Region direkt oder indirekt Brötchengeber. Vor betriebsbedingten Kündigungen schützt noch ein Standortsicherungsvertrag. Über einen Anschlussvertrag ab 2026 wird gerade verhandelt.

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Es ist ein dickes Brett.

In Ludwigshafen werden weitere Anlagen stillgelegt

Sicher ist, dass weitere Anlagen auf dem zehn Quadratkilometer großen Werksgelände in Ludwigshafen stillgelegt werden müssen. Aber: "Erwarten Sie nicht, dass da jetzt eine riesen Welle nochmal kommt", sagt Vorstandschef Markus Kamieth. Aber auch alle Anlagen, die prinzipiell wettbewerbsfähig sind und bleiben, müssten stetig optimiert und jeder Stein umgedreht werden.

"Es ist ein dickes Brett", so Kamieth. Trotzdem will er optimistisch bleiben. Und da macht ihm das Jahr 2024 Mut. Trotz der wirtschaftlichen Flaute sei das Geschäft der BASF in Europa um sechs Prozent gewachsen. Das sei schon ein Wort.

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