Bundeskanzler Merz hat eingeladen

Besucht US-Präsident Trump Kallstadt und die Pfalz?

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat US-Präsident Trump zu einem Besuch ins pfälzische Kallstadt ins Heimatdorf seiner Vorfahren eingeladen. Ob das klappt ist fraglich. Aber was sagen eigentlich die Dorfbewohner?

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Stand

Bereits Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte US-Präsident Trump während dessen erster Amtszeit von 2016 bis 2020 mehrfach eingeladen. Er hatte die Einladung 2019 sogar angenommen. Gekommen war er allerdings nicht.

Kanzlerin Merkel mit US-Präsident Trump bei seiner ersten Amtszeit im Oval Office
Kanzlerin Merkel hatte Trump mehrfach nach Deutschland eingeladen - ohne Erfolg. Picture Alliance

Auf dem CDU-Wirtschaftstag in Berlin hatte Merz angekündigt: "Ich habe ihn eingeladen, nach Deutschland zu kommen, uns zu besuchen in seiner Heimatstadt Bad Dürkheim. Und ich werde mit ihm zusammen da hinfahren." Trumps Vorfahren stammen aus dem kleinen Winzerort Kallstadt an der Weinstraße in Rheinland-Pfalz, der zum Landkreis Bad Dürkheim gehört. Trumps Großeltern waren Ende des 19. Jahrhunderts von dort nach New York ausgewandert. Merz kennt die Gegend, weil er seinen Wehrdienst in den 70er Jahren in der Pfalz absolvierte.

Das Haus der Vorfahren von US-Präsident Donald Trump in Kallstadt
Das Haus der Vorfahren von US-Präsident Donald Trump in Kallstadt

Keine konkreten Besuchspläne Trumps

Wie ein Regierungssprecher dem SWR sagte, seien sich Merz und Trump in einem Telefonat einig gewesen, dass es eine schöne Geste wäre, während eines eventuellen Deutschlandbesuchs des US-Präsidenten in die Region zu reisen. Konkrete Verabredungen über einen Besuch seien allerdings nicht getroffen worden.

Kallstadter wenig begeistert von möglichem Trump-Besuch

Wie bereits in der Vergangenheit zeigten sich die meisten Kallstadter auch am Mittwoch wenig begeistert von einem möglichen Trump-Besuch. Bürgermeister Thomas Jaworek (CDU) wollte sich gar nicht dazu äußern, bevor die Pläne nicht konkret werden.

Einige Kallstadter sagten, dass sie weder Trump mögen, noch den Trubel in Kallstadt haben wollten. Es wäre schon ein großer Rummel nach seiner ersten Wahl gewesen. Einer meinte, dass viele Kallstadter gar nicht froh darüber sind, sagen zu müssen, dass Trump aus Kallstadt kommt. Einer meinte: "Trump ist genau die Gegenfigur eines Politikers wie ich ihn mögen könnte. Ich glaube nicht, dass er nach Kallstadt kommt. Er könnte keinen "Deal" machen, das wäre ja der einzige Grund überhaupt nach Kallstadt kommen zu wollen."

Landrat sieht Chance in möglichem Trump-Besuch

Der Landrat des Kreises Bad Dürkheim Hans-Ulrich Ihlenfeld, (CDU) meinte, man sollte die Chance nutzen, wenn Trump sich dazu entschließt, nach Deutschland und in die Pfalz zu kommen. "Der Gedanke von Friedrich Merz ist sicherlich, eine persönliche Verbindung herzustellen und vielleicht auch damit Donald Trump zu erreichen, dass er ihm zeigt: 'Hier kommen deine Vorfahren her. Hier ist doch eine tolle Gegend und das sind Menschen, mit denen du dich gut verstehen kannst.'"

Bei Trump-Besuch würde Sicherheitsstufe 1 gelten

Sollte Trump tatsächlich kommen, wäre in Kallstadt die Hölle los: Bei Besuchen von US-Präsidenten gilt immer Sicherheitsstufe 1. Das Bundeskriminalamt und vor allem der amerikanische Secret Service bestimmen dann in der Pfalz, was geht und vor allem was nicht geht. Im Prinzip würde Kallstadt nach SWR-Recherchen dann eine Art Sperrgebiet, zumindest Teile des Winzerortes.

Kallstadt müsste sich auf Scharfschützen auf den Dächern einstellen

Die Zufahrt wird eingeschränkt, Anwohner werden ihre Autos außerhalb des Ortes parken müssen, öffentliche Verkehrsmittel werden einen Bogen um Kallstadt machen müssen und natürlich ist auch der Luftraum gesperrt. Scharfschützen auf den Dächern gehören auch zum Standardprogramm bei solchen Staatsbesuchen. Ob wieder Gullis zugeschweißt werden wie beim Besuch des US-Präsidenten Bush, ist noch unklar.

Generalkonsul James W. Herman hat Anfang 2018 Kallstadt besucht. Vorbereitungen für einen Trump-Besuch in der Pfalz.
Generalkonsul James W. Herman (ganz rechts) hat Anfang 2018 Kallstadt besucht. Vorbereitungen für einen Trump-Besuch? Picture Alliance

Generalkonsul hatte die Pfalz bereits besucht

Schon während Trumps erster Amtszeit hatte US-Generalkonsul James W. Herman 2018 Kallstadt besucht. Dabei war es offiziell darum gegangen, Informationen über pfälzische Auswanderer zu bekommen. Inoffiziell wurde gemutmaßt, dass gecheckt werden sollte, welche Vorkehrungen für einen Trump-Besuch getroffen werden müssten. Aber egal wie: Trump war danach ohnehin nicht nach Deutschland oder gar in die Pfalz gekommen.

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SWR