Der Ausbau von Ladesäulen und privaten Wallboxen kommt in der Vorder- und Südpfalz voran. Wer sich im neuen Jahr ein Elektroauto kaufen will, sollte genau hinschauen, wie und wo es geladen werden kann.
Privates Laden mit Wallbox in der Pfalz
Wer sein Auto Zuhause laden will, kann das über eine Wallbox tun. Besonders leicht haben es Menschen, die in einem Eigenheim wohnen und selbst entscheiden können. Weil eine Anschlussleistung bis 11 Kilowatt (kW) beim Stromnetzbetreiber angezeigt und ab 11kW sogar genehmigt werden muss, gibt es hier regionale Zahlen.
Bei den Technischen Werken (TWL) in Ludwigshafen wurden 2025 85 private Wallboxen bis 11kW angezeigt. Ein Jahr zuvor waren es zehn mehr. Die Pfalzwerke Netz AG haben rund 1.300 neue Wallboxen registriert - jeweils in 2025 und 2024. In Neustadt gibt es nach Angaben der Stadtwerke insgesamt 470 private Wallboxen. In Landau sind es rund 290 private, die der EnergieSüdwest bekannt sind.
Noch läuft in Landau auch ein Förderprogramm: Privatpersonen können bis zu 600 Euro fürs Installieren von Wandladestationen und Ladesäulen bekommen. 170 Wallboxen sind laut Stadt bisher gefördert worden.
Ausbau von Wallboxen könnte "leicht steigen"
Die TWL in Ludwigshafen erwarten keinen massiven Anstieg beim Laden an Privatgebäuden und rechnen mit 80 bis 100 neuen Wallboxen im Gebiet. Bei der Pfalzwerke Netz AG könnte es eine "leicht steigende Anzahl" geben.
E-Mobilität in Mehrfamilienhäusern Dieser Koblenzer hat für eine neue Ladestation für E-Autos gesorgt
Wer in einem Mehrfamilienhaus wohnt, kann oft keine eigene Ladestation fürs E-Auto installieren: Alexander Ehl aus Koblenz hat nach einer Lösung gesucht - und das mit Erfolg.
Wer in der Pfalz in einem Mehrfamilienhaus wohnt und das eigene E-Auto am Haus laden möchte, muss über den Vermieter gehen. Ein Förderprogramm für Ladepunkte an Mehrparteienhäusern hat die Bundesregierung in Aussicht gestellt.
Öffentliche Ladestellen für Elektroautos
Bei öffentlichen Ladesäulen sind die Pfalzwerke mit Sitz in Ludwigshafen vorne mit dabei. Das Unternehmen betreibt rund 330 Ladesäulen in Rheinland-Pfalz, viele davon in der Vorder- und Südpfalz. Deutschlandweit sind es über 2.500 Ladepunkte - der Fokus liegt bei den Pfalzwerken auf dem schnellen Laden von Elektroautos. Anfang 2025 hat das Unternehmen neben einem Landauer Möbelhaus einen Schnell-Ladepark eröffnet. Im neuen Jahr soll unter anderem auch in Edenkoben (Kreis Südliche Weinstraße) schnelles Laden möglich sein.
Ein eher kleiner Player bei E-Ladesäulen sind die Technischen Werke Ludwigshafen (TWL). Das kommunale Unternehmen betreibt 28 Stück. Die wurden 2025 14.000 Mal genutzt und haben soviel Strom geladen wie 60 Einfamilienhäuser durchschnittlich im Jahr verbrauchen. Ihre Ladesäulen kann die TWL nach eigenen Angaben wirtschaftlich betreiben. Neue Säulen seien in Planung.
Laden in Speyer: Strom für fast 100 Mal die Erde umrunden
Auch die Verkehrsbetriebe Speyer liefern Zahlen: an den 103 Ladepunkten wurde soviel Strom geladen, dass ein Elektroauto fast 100 Mal die Erde hätte umrunden können. Klingt viel - die Auslastung der Lademöglichkeiten sei aber eher niedrig. Im Durchschnitt wurde an jedem Ladepunkt nur ein Auto pro Tag geladen. Ein paar Ladepunkte sollen im neuen Jahr dazu kommen.
In Landau ist die Stadtverwaltung mit dem "gegenwärtigen Netz an öffentlichen Ladepunkten grundsätzlich sehr zufrieden". Der Fokus liege auf dem Ausbau bestehender Standorte, die hoch ausgelastet sind.
Pfälzer Ladesäulen-Betreiber wollen verlässliche Vorgaben der Politik
Die Betreiber der Ladesäulen hoffen darauf, dass mehr Elektroautos auf die Straßen kommen. "Selbstredend steigt die Auslastung und somit die Wirtschaftlichkeit von Ladeinfrastrukturen mit steigender Zahl an Elektrofahrzeugen", schreiben die TWL auf Anfrage. Das kommunale Unternehmen nennt Kaufanreize des Bundes, Boni der Autohersteller und Steuerentlastungen als mögliche Kauf-Ankurbler. Auch die Verkehrsbetriebe Speyer brauchen mehr E-Autos, um ihre Ladesäulen "kostendeckend" zu betreiben.
Die Pfalzwerke fordern verlässliche Rahmenbedingungen der Politik: "Dazu gehört ein klares Bekenntnis zu emissionsfreien Antrieben und das Festhalten am EU-Verbrenner-Aus." Das Unternehmen lobt die für 2026 angekündigte Kaufprämie für kleine und mittlere Einkommen: "Denn je mehr E-Fahrzeuge auf den Straßen sind, desto besser wird die Auslastung öffentlicher Ladepunkte."