Selbsthilfegruppe in der Pfalz

Endometriose: Betroffene gründet Selbsthilfegruppe in der Pfalz

Magdalena Hoffmann hat die erste Selbsthilfegruppe für Frauen, die an Endometriose leiden, in der Pfalz mitgegründet. Im SWR-Gespräch erklärt sie, wie sich Endometriose auf den Alltag von Frauen auswirkt.

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Von Autor/in Marvin Kyrion

Magdalena Hoffmann (29) erinnert sich noch gut an die Zeit, als die schlimmen Bauchschmerzen angefangen haben. Sie begannen kurz vor ihrem 12. Geburtstag, als sie zum ersten Mal ihre Periode bekam. Die Schmerzen waren oft so stark, dass sie nicht zur Schule gehen konnte. "Damals wusste keiner so wirklich, was mit mir los ist", erzählt Magdalena Hoffmann. Im Laufe der Jahre wurden die Schmerzen dann immer schlimmer und beschränkten sich auch nicht nur auf die Zeit während der Periode.

Jetzt will die 29-Jährige anderen helfen und über die chronische Krankheit aufklären - deshalb hat sie die erste Endometriose-Selbsthilfegruppe in Landau gegründet.

Endometriose-Selbsthilfe-Gruppe in der Pfalz

Chronische Schmerzen und Müdigkeit

Sie litt unter chronischen Rückenschmerzen, Migräne und einem chronischen Müdigkeits- und Erschöpfungssyndrom. "Ich habe vier Mal am Tag 800er Ibus genommen. Nichts mehr hat geholfen", berichtet Hoffmann. 2020 wurde bei ihr dann Endometriose nach einer Bauchspiegelung diagnostiziert. Sie konnte auch operiert werden und erhält Medikamente, die das Wiederkehren der Krankheit verlangsamen. Heilbar ist Endometriose nämlich nicht.

Endometriose: Beschwerden schränken Alltag stark ein

"Ich fühle mich durch die Endometriose in meinem Leben schon sehr eingeschränkt", berichtet die 29-Jährige. Besonders die chronischen Schmerzen und das durch die Krankheit entstandene Müdigkeitssyndrom seien seit 17 Jahren eine große Belastung, so Hoffmann. Sie war auch schon in einer psychosomatischen Klinik. "Die Krankheit macht auch etwas mit der Psyche", erzählt sie.

Infomaterial zum Thema Endometriose. Mehr Aufklärung helfe, um die Krankheit besser behandeln zu können, sagt Magdalena Hoffmann.
Infomaterial zum Thema Endometriose. Mehr Aufklärung helfe, um die Krankheit besser behandeln zu können, sagt Magdalena Hoffmann.

Austausch mit anderen über Endometriose hilft

Egal, wie empathisch die Mitmenschen sind, vor allem der Austausch unter den Erkrankten sei wichtig, erklärt sie. In der Selbsthilfegruppe Landau tauschen sich die Frauen aus: Wie geht es jeder Frau, welcher ist der beste Arzt, wie stark sind die Schmerzen? Aber auch über neue Behandlungsmethoden werde gesprochen. Wichtig sei auch, dass es innerhalb der Selbsthilfegruppe keine Tabuthemen gibt, erklärt Hoffmann. Deshalb sprechen die Frauen auch offen über ihr Sexleben oder über die Schwierigkeiten, trotz Endometriose schwanger zu werden.

Medizin Endometriose - mehr Forschung für bessere Diagnostik und Therapie

Endometriose betrifft schätzungsweise zehn bis 15 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter. Bislang ist jedoch kaum etwas über die Ursachen der Krankheit bekannt und wie man sie behandeln kann.

Hoffmann: mehr Aufklärung über Endometriose

"Man müsste früh anfangen, mit Aufklärung an Schulen und auch viele Frauenärzte wissen noch nicht ausreichend über Endometriose Bescheid", sagt die Leiterin der Selbsthilfegruppe. Viele Betroffene fühlen sich mit ihren Beschwerden allein. Es dauere oft Jahre, bis Endometriose diagnostiziert wird. "Würde man die Krankheit früher erkennen, könnte man vielleicht auch besser eingreifen."

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