Die Gräfenaugrundschule - sie machte oft bundesweit Schlagzeilen. Regelmäßig blieben dort 40 und mehr Erstklässler sitzen. Sie können nichts ausschneiden, nichts ausmalen und oft haben sie auch Probleme mit der deutschen Sprache.
Auch dieses Jahr bleiben 35 Kinder sitzen Ludwigshafen: Was ist aus den Erstklässlern der Gräfenauschule geworden?
Die Nachricht machte 2023 bundesweit Schlagzeilen: An der Gräfenauschule in Ludwigshafen mussten rund 35 Kinder die erste Klasse wiederholen. Was ist aus diesen Kindern geworden?
Vielen Grundschülern fehlen die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Schulbesuch
Daher wird vielen Kindern empfohlen, die erste Klasse zu wiederholen. Mit diesem Problem ist die Gräfenaugrundschule aber nicht allein. Auch an anderen Grundschulen in der Ludwigshafener Innenstadt fehlt den Kids oft das Basiswissen für einen erfolgreichen Start ins Schulleben.
FamOS sollte bildungsferne Familien mehr an Schule binden
Daher hat man im Schuljahr 2024/2025 das Projekt "FamOS - Familiengrundschulzentren als multiprofessionelle Orte in der Schule" mit finanzieller Hilfe des Landes auf den Weg gebracht. Langer komplizierter Name, aber einfache und wirksame Idee: Da die Kinder oft aus bildungsfernen Familien stammen, wollte man an ausgewählten Grundschulen die Familien mehr ins Schulleben integrieren.
Auch dieses Jahr bleiben 35 Kinder sitzen Ludwigshafen: Was ist aus den Erstklässlern der Gräfenauschule geworden?
Die Nachricht machte 2023 bundesweit Schlagzeilen: An der Gräfenauschule in Ludwigshafen mussten rund 35 Kinder die erste Klasse wiederholen. Was ist aus diesen Kindern geworden?
Mit Elterncafés, Bastel-, Mal- und Sportangeboten für die ganze Familie, mit Beratungsangeboten, Hilfen bei Ämtergängen, Sprachkursen für alle und vielem mehr. Schule sollte ein "Vertrauensort" werden, ein Ort, an dem sich alle wohl und aufgehoben fühlen. Auf diese Weise, so die Idee, würden Eltern ihre Kids auch mehr in schulischen Dingen unterstützen.
Diese Familiengrundschulzentren laufen etwa in Nordrhein-Westfalen sehr erfolgreich und es gab und gibt sie an der Erich-Kästner-Grundschule, der Grundschule Blies, der Grundschule Goethe Nord und eben an der Gräfenaugrundschule.
Familiengrundschulzentren - Finanzierung gefährdet?
Doch nach zwei Jahren scheint das Projekt schon gefährdet. Ende des Jahres läuft die Finanzierung aus und das Land hat bekannt gegeben, wenn die Schulen es weiter betreiben wollen, müssten sie Mittel aus dem Startchancen-Programm dafür nehmen - das sind Bundesmittel, die für mehr Bildungsgerechtigkeit sorgen sollen und die Schulen flexibel einsetzen können, auch etwa für mehr Schulsozialarbeit an den Schulen.
Das Problem: Mehr Geld fürs Startchancen-Programm gibt es aber nicht. Das heißt die Schulen müssten auf andere, gute Projekte verzichten, wenn sie weiter an den Familiengrundschulzentren festhalten wollten.
Laut der SPD-Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat Ludwigshafen, Julia May, fehlen künftig fast 400.000 Euro jährlich, um die Arbeit der Familiengrundschulzentren fort zu führen.
"Die Einrichtungen leisten seit Jahren wichtige Arbeit in der Elternberatung, der Sozialarbeit und bei der Unterstützung von Kindern, die oftmals unter schwierigen sozialen Rahmenbedingungen aufwachsen", betont die SPD-Politikerin. "Wenn die neue Bildungsministerin diese Strukturen nun sehenden Auges gefährdet, sendet sie ein fatales Signal an die betroffenen Kinder und ihre Eltern", erklärt auch die schulpolitische Sprecherin der SPD Ludwigshafen, Anke Simon.
Stadt will am Projekt festhalten
Die Stadtverwaltung hingegen hat erklärt, dass das letzte Wort in Sachen Familiengrundschulzentren noch nicht gesprochen sei. Man befinde sich bezüglich der zukünftigen Finanzierung im Gespräch mit dem rheinland-pfälzischen Bildungsministerium. Man selbst wolle auf das Projekt auch in Zukunft nicht verzichten - nur wie das Ganze ab 2027 bezahlt werden soll, das steht jetzt noch in den Sternen.