Was sind fünf Jahre im Vergleich zu Jahrhunderten an Geschichte? Die SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz sind noch ganz junges Unesco-Welterbe. SchUM ist die Abkürzung der hebräischen Anfangsbuchstaben der drei Städte, in denen es ein reichhaltiges jüdisches Erbe gibt.
Würdigung der SchUM-Städte Sonderbriefmarke zu jüdischen Stätten in Speyer, Worms und Mainz
Für Briefmarkensammler war es ein besonderer Tag: Eine neue Briefmarke erinnert seit Donnerstag an das "Jerusalem am Rhein". Sie würdigt die SchUM-Städte Speyer, Worms und Mainz.
In Mainz gehört etwa der Alte Jüdische Friedhof mit zahlreichen historischen Grabsteinen zum Erbe der Stadt. In Worms gibt es Reste des einstigen jüdischen Viertels, eine jahrhundertealte Synagoge und ein Ritualbad (Mikwe) und den ältesten an Ort und Stelle erhaltenen jüdischen Friedhof in Europa. In Speyer gilt die Mikwe aus der Zeit um 1120 als das älteste erhaltene Ritualbad seiner Art in Europa.
Veranstaltungen zum fünften Geburtstag
Zum fünften Geburtstag des Unesco-Welterbes ist eine Reihe von Veranstaltungen geplant: Zentraler Ort war am Sonntag, einen Tag vor dem eigentlichen Geburtstag, der Judenhof in Speyer.
Dort stand die Ringparabel aus "Nathan der Weise" von Gotthold Ephraim Lessing im Mittelpunkt, in der es unter anderem um Toleranz und das Zusammenleben unterschiedlicher Glaubensrichtungen geht. Sie wird von dem Musiker Lömsch Lehmann und dem Wortkünstler Hans-Jürgen Herschel in besonderer Art und Weise vorgetragen, wie der Verein Schum-Städte Speyer, Worms, Mainz ankündigte.
Führungen auf dem Friedhof
In Mainz waren am 26. Juli Führungen auf dem Alten Jüdischen Friedhof geplant. Thematisiert wurden die Bedeutung des im Hebräischen mit "Beit Olam" (Haus der Ewigkeit) bezeichneten Ortes, auch wird es um Begräbnis- und Trauerrituale gehen.