Eine richtige Grippe - also eine Influenza-Infektion - das ist kein harmloser Schnupfen, sondern damit liegt man richtig flach. Im schlimmsten Fall müssen die Patienten sogar in die Klinik. "Wir haben derzeit jeweils zwei bis drei Patienten, die auf der Intensivstation behandelt werden müssen," teilte eine Sprecherin der Diakonissen Speyer mit Krankenhäusern in Speyer und Bad Dürkheim dem SWR mit.
Speyer und Bad Dürkheim: Fast 40 Patienten wegen Grippe stationär in Kliniken
Hinzu kämen viele Patienten, die stationär behandelt werden - Stand jetzt werden 25 Grippe-Fälle im Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus Speyer und zwölf im Evangelischen Krankenhaus Bad Dürkheim behandelt. Das seien deutlich mehr Patienten als in den Vorjahren. Es seien überwiegend ältere Patienten - aber auch einige jüngere.
Nach Angaben der Diakonissen-Sprecherin kommen viele ambulante Patienten hinzu, die die zentralem Notaufnahmen aufsuchten, aber wieder entlassen werden könnten. Nach Angaben des Landesuntersuchungsamtes in Koblenz mussten in der Vorder- und Südpfalz seit dem Beginn der Grippe-Saison Ende 2025 rund 200 Menschen wegen einer Grippe-Infektion stationär in Krankenhäusern behandelt werden.
Speyer und Bad Dürkheim: Klinik-Besucher sollen Maske tragen
"Aufgrund der aktuellen Krankheitswelle empfehlen wir allen Besuchern unserer Krankenhäuser das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes", so die Kliniksprecherin. Zusammen mit einer guten Händehygiene sei dieser immer noch der beste Schutz.
Grippe-Impfung für Risiko-Gruppen "weiter sinnvoll"
Und wie sieht es mit dem Impfschutz aus? Lohnt sich denn jetzt noch eine Grippe-Impfung? Ja, für Risikogruppen sei eine Impfung weiterhin sinnvoll, sagte Holger Ramisch, Oberarzt der Inneren Medizin des Evangelischen Krankenhauses in Bad Dürkheim. Zur Risikogruppe zählten Menschen ab 60 sowie Patienten mit Vorerkrankungen oder auch Schwangere.
Zahl der Grippe-Kranken im Kreis Germersheim verdoppelt
Ein weiteres Argument für eine Imfpung: Auch in anderen Teilen der Vorder- und Südpfalz steigen die Influenza-Zahlen. Der Kreis Germersheim meldete im Zeitraum vom 1. Januar bis 12. Januar 2026 bislang 112 Influenza Fälle. In den ersten beiden Wochen 2025 waren es 43 Fälle. Es sei "eine deutliche Steigerung."
Auch im Rhein-Pfalz-Kreis: Deutlich mehr Influenza-Meldungen
Auch im Rhein-Pfalz-Kreis schnellen die Zahlen nach oben - und zwar schon seit Anfang Dezember. In der ersten Dezemberwoche zählte die Kreisverwaltung 37 Grippe-Fälle. Rund fünf Wochen später sind es schon rund 300 im Rhein-Pfalz-Kreis.
Landesweit mehr als 3.000 Grippe-Erkrankte
Das Landesuntersuchungsamt in Koblenz stellt landesweit ein "erhöhtes Infektionsgeschehen durch Influenza-Viren" fest. Insgesamt gibt es aktuell landesweit 4.645 nachgewiesene Influenza-Infektionen - im vergangenen Jahr waren es zum selben Zeitpunkt nur 1.149.
Fazit: Wer sich schützen will, könnte also über eine Imfpung nachdenken. Oder sich mit Maske oder Händewaschen wappnen. Denn eine richtige Grippe ist kein Schnupfen.