Bereits im Oktober hatte Hausärztin Barbara Römer aus Saulheim in Rheinhessen einen speziellen Impftag angeboten, weil sich viele ihrer Patienten gegen die Grippe impfen lassen wollten. Und auch jetzt noch kämen täglich neue Anfragen nach der Grippeimpfung.
Doch mittlerweile muss sie alle Patienten vertrösten. Sie hat keinen Impfstoff mehr. "Auch wir hier in der Praxis haben gerade das Problem, im Moment ad hoc, wir bekommen den Grippe-Impfstoff nicht mehr. Wir haben jetzt wieder nachbestellt. Haben aber die Rückmeldung aus unserer Zulieferapotheke, es wird vermutlich eine Woche dauern", sagte Römer dem SWR.
Impfstoffe aus dem Ausland importieren?
Auch in den vergangenen Jahren sei es immer mal wieder vorgekommen, dass der Grippeimpfstoff kurz vor Weihnachten knapp geworden sei, aber in diesem Jahr sei der Mangel deutlich stärker als sonst.
Verschiedene Depots seien jetzt im wahrsten Sinne des Wortes leer gelaufen, so Römer. Jetzt müssten sich die Lieferanten darum kümmern, Impfstoffe auch aus dem europäischen Ausland zu importieren. Das liege nicht in der Verantwortung der Praxen, meinte Römer.
Grippewelle bereits im vollen Gange
Dass sich gerade noch einige Menschen gegen die Grippe impfen lassen wollen, könnte auch daran liegen, dass die Grippewelle bereits in vollem Gange ist. Während es in der vergangenen Saison um diese Zeit 126 gemeldete Grippefälle gab, sind es laut Landesuntersuchungsamt (LUA) in Koblenz in dieser Saison bereits 890 Fälle. Das LUA veröffentlicht immer donnerstags einen Wochenbericht mit aktuellen Zahlen.
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Auch Apotheken finden im Großhandel kaum noch Impfstoff
Doch auch Apotheker Aristide Reidel aus Nieder-Olm in Rheinhessen muss seine Kundschaft derzeit vertrösten. Auch seine Vorräte sind längst aufgebraucht.
Und selbst im Großhandel seien kaum noch Impfstoffe verfügbar. "Ich bekomme immer mehr Anrufe von Menschen, die Grippe-Impfstoff suchen, die schon verschiedene Apotheken abtelefoniert haben. Ich sag ihnen dann halt auch, ich hab auch nix mehr. Die müssen weiter telefonieren."
Produktion dauert rund ein halbes Jahr
Apotheken und Arztpraxen bestellen ihren Impfstoff mehr als ein halbes Jahr im Voraus. Sie orientieren sich dabei an den Impfzahlen des vergangenen Jahres - für sie eine schwierige Kalkulation. Denn bestellen sie zu viel Impfstoff, bleiben sie darauf sitzen und damit auch auf den Kosten. Und kurzfristig können Hersteller auch keinen Impfstoff nachproduzieren. Die Produktion dauert nach Reidels Angaben rund sechs Monate. Der Impfstoff wäre dann also erst im Sommer verfügbar.
Und deshalb heißt es wohl für alle, die sich noch impfen lassen wollen: Möglichst bei vielen Apotheken und Ärzten nach dem Impfstoff fragen.
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