Pfälzische Handwerksbetriebe nehmen normalerweise gerne Aufträge in Baden-Württemberg an, dort sind die Tarife höher, sagt Christian Mohr von der Kreishandwerkerschaft in Ludwigshafen. Durch zahlreiche Baustellen und Sperrungen hatten sie es schon in letzter Zeit nicht leicht, die Kunden auf der anderen Rheinseite in Mannheim zu bedienen.
Seit fast einer Woche ist die Kurt-Schumacher-Brücke zwischen Mannheim und Ludwigshafen gesperrt - für vier Jahre. Die Hochstraße Nord, die sich an die Brücke anschließt, wird abgerissen.
Kurt-Schumacher-Brücke ab Mittwoch vier Jahre dicht Rhein-Brücke zwischen Mannheim und Ludwigshafen gesperrt: Was das für Pendler bedeutet
Seit Mittwoch ist die Kurt-Schumacher-Brücke zwischen Mannheim und Ludwigshafen für vier Jahre für den Verkehr gesperrt. Was bedeutet das für Pendler in Mannheim und Ludwigshafen?
Die Staus auf der Ausweichroute, der Konrad-Adenauer-Brücke zwischen den beiden Schwesterstädten, mache die Situation für die Handwerker noch schwieriger. Die Folgen: längere Fahrzeiten, längere Strecken und damit auch steigende Kosten, die von den Handwerksbetrieben und möglicherweise auch von den Kunden getragen werden müssen. Es werde nun überlegt, den Kunden statt einer Anfahrtspauschale vielleicht die Anfahrtszeit zu berechnen, berichtet Mohr.
Handwerksbetriebe suchen Lösungen
Der Ludwigshafener Malermeister und CDU-Stadtrat Christoph Heller sagte dem SWR, er schicke seine Mitarbeiter jetzt morgens eine Stunde früher vor dem schlimmsten Berufsverkehr über die Konrad-Adenauer-Brücke zu den Kunden nach Mannheim: "Wir beginnen um 6.30 Uhr und sind um 7 auf der Baustelle", so Heller.
Eine weitere mögliche Lösung hat der Malermeister sich auch schon überlegt. Seinen Transporter mit Farben, Tapeten und Werkzeugen würde er bei wenig Verkehr nach Mannheim vorschicken. Seine Mitarbeiter könnten dann mit dem Fahrrad zum Kunden kommen. "Man muss kreativ sein", so Heller. Die Handwerksbetriebe in der Pfalz erwarten, dass die Staus rund um die Adenauerbrücke Mitte September - nach den baden-württembergischen Sommerferien - noch zunehmen werden.
Industrie- und Handelskammern fordern schnelles Handeln
Die Industrie- und Handelskammern Pfalz und Rhein-Neckar hatten bereits Ende Juli vor Verkehrsproblemen zwischen Mannheim, Ludwigshafen und der Region gewarnt. Für Pendler, Unternehmen, Kunden und Lieferverkehr bedeute das erhebliche Zeitverluste, zusätzliche Kosten und große Unsicherheit. Damit ist laut der Kammern genau das eingetreten, wovor sie seit Jahrzehnten gewarnt haben.
Die nicht geplante Vollsperrung der Kurt-Schumacher-Brücke würde jedoch die Chance eröffnen, diese Brücke bereits während der Abriss- und Neubauphase der Hochstraße Nord zu sanieren. Die Kammern forderten die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung auf, zu informieren, wie man die Brücke sanieren und schnellstmöglich wieder öffnen kann.