Die Landauer Leerstandsinitiative gibt es schon seit Ende 2022 und sie besteht nach Angaben einer Sprecherin aus maximal 35 ehrenamtlichen Mitgliedern, die aktiv mit dabei sind.
Die Initiative wurde ins Leben gerufen, weil es in Landau viele leerstehende Wohnungen gibt und gleichzeitig auch große Wohnungsnot herrscht.
"Probewohnen" - hilft gegen Misstrauen der Vermieter
Die Mitglieder der Initiative treffen sich nach Angaben von Jennifer Follmann, die selbst Mitglied ist, ungefähr einmal wöchentlich und sind in verschiedenen Arbeitsgruppen aktiv. Da gibt es zum Beispiel die Arbeitsgruppe Finanzen oder Zwischenwohnen, erzählt Follmann.
Die Idee des "Zwischenwohnens" stamme von der Initiative selbst. Hier geht es um eine legal befristete Nutzung von Raum, den man in dieser Zeit bewohnt, beheizt und in gewisser Weise auch bewacht - Wohnen auf Probe sozusagen.
Die Bewohner zahlen keine Miete, sondern nur Nebenkosten. Es sei eine gute Möglichkeit für diejenigen Eigentümer, die schlechte Erfahrungen mit Mietern gemacht haben.
Durch die Befristung kann die Nutzung erst einmal getestet werden und wenn es nicht passt, kann der Zwischenwohnvertrag nach der vereinbarten Mindestzeit beendet werden.
Initiative arbeitet weitgehend unabhängig von der Stadt
Es gibt Gelegenheiten, bei denen die Initiative mit der Stadt Landau zusammenarbeitet, größtenteils arbeitet die Initiative aber unabhängig von der Stadt. Follmann zufolge berät die Initiative zudem Gewerbetreibende, die Räume für ihre Geschäfte suchen und auch Wohnungssuchende.
Gleichzeitig will die Initiative auch mit Leerstandsbesitzern ins Gespräch kommen, um sie davon zu überzeugen, Wohnungen bereit zu stellen. Denn in Landau gibt es Follmann zufolge aktuell zwischen 800 und 1.000 leerstehende Wohnungen.
Die Landauer Leerstandsinitiative hat die Stadt auch bei der Einführung der sogenannten Zweckentfremdungssatzung unterstützt.
Projekt im Kampf gegen Wohnungsnot In Landau stehen mehr als 700 Wohnungen leer
In Landau stehen aktuell 715 Wohnungen leer. Das ist das Zwischenergebnis im Kampf gegen Wohnungsnot, das die Stadtverwaltung am Dienstag vorgestellt hat. Hier die Einzelheiten.
Die gilt in Landau seit Anfang 2024 und die verbietet, Wohnungen unbegründet leer stehen zu lassen oder sie für andere Zwecke als zum Wohnen zu nutzen.
Diese Tipps gibt die Landauer Leerstandsinitiative anderen Kommunen
Bei einer Veranstaltung in Speyer im Media:TOR will die Landauer Leerstandsinitiative ihre Arbeit vorstellen und Tipps geben.
"Was ganz wichtig ist, man muss mit den Leerstandsbesitzern eine Vertrauensbasis aufbauen", erklärt Follmann. Das benötige Zeit. Es seien sehr viele Gespräche notwendig.
Um als Initiativ erfolgreich zu sein, rät Follman auch, im Ort Präsenz zu zeigen, also sichtbar zu sein. Schlussendlich könnte die Möglichkeit des Zwischenwohnens für Leerstandsbesitzer ein "leichter Türöffner" sein.