Wenn es einen gemeinsamen Wunsch bei den Schülern gibt, dann wohl den: Es soll endlich wieder Ruhe an ihrer Schule einkehren und sie sollen ohne Störungen lernen können. Das haben mehrere Schüler der Karolina-Burger-Realschule plus in Ludwigshafen dem SWR in den vergangenen Wochen immer wieder gesagt.
Es gibt aber auch einige, die offenbar Spaß daran haben, die Schule in den Schlagzeilen zu halten, denn das ist sie ja gerade wieder - und zwar bundesweit. Weil immer wieder Unbekannte grundlos den Feueralarm auslösen.
Ob es sich dabei tatsächlich um Schüler der Realschule plus handelt, ist zwar nicht sicher. Es ist aber eine naheliegende Vermutung. Klar ist: Jeder Fehlalarm kostet laut Stadt Ludwigshafen pauschal 1.389,56 Euro. Insgesamt hatte die Feuerwehr in diesem Jahr laut Stadt 16 Einsätze an dem Schulzentrum, zu dem auch ein Gymnasium gehört - 13 davon waren Fehlalarme.
Schüler wünschen sich besseren Schutz vor Gewalt
Zurück zu den Wünschen der Schüler an die Bildungsministerin: Einige wünschen sich auch, dass sie besser vor Gewalt geschützt werden. Gewaltvorfälle im Unterricht und auf dem Pausenhof sind nach SWR-Informationen keine Einzelfälle an der Realschule plus.
Was erwarten die Eltern von der Bildungsministerin?
Mara Seigfried ist die Sprecherin des sechsköpfigen Elternbeirates der Karolina-Burger-Realschule plus in Ludwigshafen. In einem SWR Interview hat sie klar gemacht, was sie sich von der Schulbehörde ADD und dem Bildungsministerium wünscht: nämlich eine "klare Kante". Und zwar nicht nur bezogen auf Schüler, die Schulregeln missachten, sondern auch bezogen auf Lehrer, die nach Einschätzung der Elternvertreterin Veränderungen und Unterstützung durch ADD und Bildungsministerium blockierten.
Und die klare Kante hat die Bildungsministerin jetzt angekündigt:
Ministerin greift bei Skandalschule durch Schulleiter muss Karolina-Burger-Realschule verlassen
Reizgas, Gewalt und immer wieder Feueralarm - oft war die Karolina-Burger-Realschule plus in Ludwigshafen in den Schlagzeilen. Jetzt greift Bildungsministerin Eiling-Hütig durch.
Die Regionalelternsprecherin Justyna Winkler schrieb dem SWR: Das wichtigste Ziel müsse sein, dass die Karolina-Burger-Realschule plus wieder ein Ort ist, an dem Kinder und Jugendliche sicher und ohne Angst lernen und Lehrkräfte unter verlässlichen Bedingungen arbeiten können. Und die Regionalelternsprecherin fordert "nachhaltige Lösungen und klare Verantwortlichkeiten".
Die Eltern meinen: Die Leidtragenden sind die Kinder Ludwigshafen: Elternsprecher der Karolina-Burger-Realschule wollen endlich Ruhe an ihrer Schule
Es wird nicht ruhiger um die Karolina-Burger-Realschule plus in Ludwigshafen. Es gibt immer wieder Feueralarme und ständig fällt Unterricht aus. Jetzt reden die Elternsprecher.
Was erwarten die Lehrkräfte von der Bildungsministerin?
Nach SWR-Informationen ist das Kollegium gespalten - unter anderem bezogen auf die Schulleitung. Ein Teil macht den Schulleiter für die Probleme an der Schule verantwortlich, weil er angeblich nicht konsequent gegen Gewalt und Verstöße gegen Schulregeln vorgehe. Jetzt wird der Schulleiter abgezogen - das hat die Ministerin am Donnerstag entschieden.
Andere Lehrkräfte hatten sich dafür eingesetzt, dass der Schulleiter bleibt und warfen ihren Kollegen vor, sich gegen Veränderungen zu sperren.
Was wollten die Parteien?
Die Freien Wähler im Land hatten im Vorfeld "kurzfristig ein verbindliches Maßnahmenpaket mit zusätzlichem Personal, verstärkter Schulsozialarbeit und psychologischer Unterstützung" verlangt. Zudem forderten sie ein "abgestimmtes Sicherheitskonzept von Schule, Schulaufsicht, Stadt und Polizei".
Die Grünen-Fraktion im Landtag wollte von der Landesregierung und der Bildungsministerin wissen, welchen konkreten Plan sie für die weitere Entwicklung der Karolina-Burger-Realschule plus verfolgt und mit welchen personellen, pädagogischen und organisatorischen Maßnahmen sie die Schule stabilisieren will.
AfD fragt nach Sicherheitspersonal
Die AfD-Fraktion hatte in einem Antrag mehrere Fragen an die Landesregierung zur Lage und Zukunft der Schule formuliert. Unter anderem wollte die AfD wissen, ob es Überlegungen gibt, an der Karolina-Burger-Realschule plus wieder dauerhaft präsentes Sicherheitspersonal einzusetzen und ob es Überlegungen gibt, die Kosten für Polizeieinsätze künftig "verursachergerecht abzurechnen".
Sie verweist in ihren Antrag außerdem auf "mutmaßliche Schutzgelderpressung" und zitiert aus der Zeitung "Junge Freiheit" - die Wochenzeitung gilt laut Bundeszentrale für politische Bildung als Sprachrohr der Neuen Rechten.
Ob mit dem vom Ministerium verordneten Neustart Ruhe in der Karoline-Burger- Realschule plus einkehrt, wird sich zeigen. Aber Eltern, Lehrer und Schüler hoffen es.