Schlüssel, Dokumente und Geldbeutel gehören zu den häufigsten Fundsachen im Fundbüro in Speyer. Doch manchmal tauchen Gegenstände auf, die eher überraschen: So wurden schon mehrfach Beutel mit Cannabis abgegeben - und wie eine ganz normale Fundsache behandelt, solange die Menge im gesetzlichen Rahmen ist. Vor einigen Jahren fand man sogar eine Kutsche im Wald, die nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist verkauft wurde. Auch ein Gebiss, ein Lockenstab oder sogar eine Geige wurden dort bereits abgegeben.
Tatjana Reiser - Hüterin der Ordnung
Wer das Fundbüro im Bürgerbüro betritt, merkt schnell: hier herrscht Struktur. Zuständig dafür ist Tatjana Reiser. Jeder Gegenstand bekommt von ihr seinen festen Platz zugewiesen, wird beschriftet, dokumentiert und ordentlich einsortiert. Nichts liegt einfach herum, alles ist nach einem System geordnet. Wer etwas verloren hat und im Fundbüro wiederfindet, weiß das meist zu schätzen: Erst kürzlich schenkte der überglückliche Besitzer, der seinen Ausweis im Fundbüro wiederbekam, Tatjana Reiser eine Rose.
Besonders viele Fundsachen nach Festen
Die Leiterin des Bürgerbüros, Simone Kratzin, berichtet, dass im Fundbüro jährlich rund 700 Fundsachen abgegeben werden. Besonders oft passiert das an Wochenenden oder nach Festen. Auch Touristinnen und Touristen verlieren immer wieder wichtige Dinge.
Fundbüro verwahrt Dinge ein halbes Jahr lang
Gefundene Gegenstände werden im Fundbüro sechs Monate lang aufbewahrt. Meldet sich in dieser Zeit niemand, wird entschieden, was mit den Sachen passiert. Sie werden entsorgt, versteigert oder wenn gewünscht werden sie an die Finderin oder den Finder abgegeben. Das gilt auch für Fahrräder.
Unmut über Fundbüro-Gebühren
Wer seine Fundsache im Fundbüro abholt, muss grundsätzlich 3,50 Euro Gebühr bezahlen. Einige ärgern sich darüber. Die Leiterin des Bürgerbüros, Frau Simone Kratzin, kann diesen Unmut nicht nachvollziehen. Ihrer Meinung nach ist die Gebühr im Vergleich zu anderen Kosten gering. Schließlich sei es beispielsweise deutlich teurer, einen Autoschlüssel nachmachen zu lassen, wenn er verloren gegangen ist.
Tatjana Reiser findet es schade, dass sich viele Besitzer später nicht bei den Findern melden. Ein kurzes Danke würde oft schon reichen, denn ohne ehrliche Finder würden viele persönliche Dinge nie wieder auftauchen.
Beim Speyerer Fundbüro kann man auch online nach verlorenen Gegenständen suchen oder nachfragen.