Der Nordamerikanische Ochsenfrosch wird bis zu 20 Zentimeter groß. Ansonsten wirkt das Tier recht unscheinbar. Sein Rücken ist olivgrün, grau oder bräunlich, oft mit unregelmäßigen dunklen Flecken. Der Frosch ist laut: Sein Gebrüll ist bis zu zwei Kilometer hörbar. Das klingt dann wie ein Ochse. Daher der Name. Und doch ist der Lärm das geringste Problem. Der Ochsenfrosch gefährdet die heimische Artenvielfalt. Im Kreis Germersheim ist deshalb die Jagd in die sechste Saison gestartet. Das langfristige Ziel: Er soll in der Pfalz ausgerottet werden.
Schusswaffen, Kescher und Reusen gegen den Ochsenfrosch
Sechs bis acht Jägerteams sind von April bis September im Kreis Germersheim unterwegs, so eine Sprecherin der zuständigen Behörde Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd. Der Frosch lebe in Hördt, Kuhardt und Leimersheim. Unterstützt werden die Teams demnach von Anglern, weiteren Ehrenamtlichen und von Mitarbeitern der betroffenen Ortsgemeinden. Gejagt werde nachts, wenn der Ochsenfrosch aktiv ist. Die Teams erledigen geschlechtsreife Tiere mit Schusswaffen. Larven und Jungtiere fangen sie hauptsächlich mit Keschern und Reusen.
Seine Heimat hat der Ochsenfrosch in Nordamerika. Er kann bis zu 20 Zentimeter groß werden. Sein Appetit ist groß, schon die Jungtiere sind unersättlich. Auf der Speisekarte: Hauptsächlich Insekten, aber auch Schnecken, Reptilien und Fische und sogar Kleinvögel oder Kleinsäuger. Darunter auch Tiere, die größer als der Frosch selbst sind.
Ein weiteres Problem: Die Kaulquappen geben mit ihrem Kot Hemmstoffe in die Gewässer ab und verhindern so, dass sich viele der einheimischen Amphibien fortpflanzen. Im Oberrheingraben sorgt der Ochsenfrosch laut der zuständigen Umweltbehörde auch für die Ausbreitung des Chytridpilzes, der für viele Amphibien tödlich ist.
Keine Fressfeinde für Ochsenfrosch im Kreis Germersheim
Rund 5.600 Nordamerikanische Ochsenfrösche leben laut der zuständigen Behörde aktuell im Kreis Germersheim, die meisten sind Kaulquappen. 2025 haben die Jägerteams knapp 24.000 Tiere beseitigt.
Der Ochsenfrosch pflanzt sich in rund sechs Gewässern fort. Fressfeinde wie Krokodile oder Schlangen hat er dort keine. Ein Weibchen kann laut dem Umweltministerium also ungestört bis zu 25.000 Eier pro Jahr legen. Der Nachwuchs hat in der Pfalz gute Überlebenschancen.
Jagd auf Ochsenfrosch im Kreis Germersheim hat erste Erfolge
Seit 2021 wird der Ochsenfrosch laut der Oberen Naturschutzbehörde im Kreis Germersheim gejagt. Aber: Die Zahl der Tiere nimmt nicht ab, sondern bleibt gleich. Trotzdem gibt es erste Erfolge. Die Zahl der geschlechtsreifen Tiere geht deutlich zurück. Und die invasive Art vermehrt sich in weniger Gewässern.
Und doch scheint das Ziel noch weit entfernt: Die Pfälzer wollen den Nordamerikanischen Ochsenfrosch schließlich irgendwann komplett loswerden, um die heimischen Arten zu schützen. Laut der Sprecherin der zuständigen Behörde wird es noch etwas dauern: "Wenn alles gut läuft, werden noch mindestens fünf Jahre Bekämpfungen im größeren Umfang nötig sein."