Branche trifft sich zu Weinbautagen in Neustadt

Wie schauen Pfälzer Winzer aufs Jahr 2026?

Guter Wein, schlechte Verkaufszahlen: Das Jahr 2025 war für die Pfälzer Winzer mit Sorgen verbunden. Ob die Krise auch im neuen Jahr anhält? "Wir müssen uns selbst helfen", sagt der Weinbaupräsident.

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Stand

Von Autor/in Ulrike Brandt

Die Weinbautage in Neustadt sind zwei Tage lang der Branchentreff der Winzer, Winzerinnen und der Branche an sich. Hier trifft man all die, die bisher gut durch die Krise gekommen sind und die, die mitten in der Krise stecken.

Weinbaupräsident: "Delle" statt Krise

Wobei der Pfälzer Weinbaupräsident Reinhold Hörner aus Hochstadt in der Südpfalz klarstellt: Er sage immer noch ungern Krise, sondern lieber "Delle" zu den Verkaufs-Problemen der Branche. Eine Herausforderung sei, den Absatz im Land zu steigern, sagte Reinhold Hörner. Die Lösung: bessere Werbung. "Wenn in Deutschland von zehn Flaschen Wein, die geöffnet werden, nur vier deutsche sind, dann müssen wir besser werden, dass es viereinhalb Flaschen werden."

Wird es 2026 für Winzer besser?

Auch 2026 werde die gesellschaftliche Situation nicht einfacher. Krisen und die Angst vor Arbeitslosigkeit bei den Winzern würden den Weinverkauf erschweren. Trotz Überangebots hält Hörner nichts davon, die Rebflächen plattzumachen. Die Pfalz lebe auch vom Tourismus - aber Touristen könne man keine brachliegenden Flächen zumuten.

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Optimismus und Pessimismus bei Weinbranche

Im Saalbau, dort wo die Weinbautage in Neustadt stattfinden, stehen Winzer und Winzerinnen zusammen. Einer ist Matthias Siener, Winzer aus Weyher (Kreis Südliche Weinstraße). Fragt man, wie er aufs Neue Jahr schaut, sagt er: "Mit sehr, sehr großer Sorge." Die stetigen Betriebskosten stünden in keinem Verhältnis mehr zu dem, was sein Betrieb erziele. Das Kaufverhalten der Menschen ändere sich. Der Wein als "Kulturgut" habe es schwer.

Rebecca Seelos, Jungwinzerin aus Rhodt (auch Kreis Südliche Weinstraße), sagte, ja, aktuell sei eine schwierige Zeit, vieles sei im Umbruch, das eröffne aber auch Chancen. Ihre Familie will verstärkt zeigen, dass ihre Weine mehr seien als nur ein Produkt. Das Weingut setzt auf ein besseres Marketing.

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Pfälzer Weinbaubetrieb rodet Weinberg

Der Weinbaubetrieb von Jakob Scholler in Birkweiler (Kreis Südliche Weinstraße) begegnet der Absatzkrise mit einem extremen Schritt: der Rodung. Die Sorten Dornfelder und Müller-Thurgau würden nur noch schlecht bezahlt. Insgesamt sollen zehn Prozent der gesamten Rebfläche gerodet werden. "Das tut weh". Denn schließlich stecke darin Geld, aber das sei besser, als weiter Geld bei diesen Flächen zuschießen zu müssen. Dem geänderten Verhalten der Konsumenten begegnet der Winzer mit Pragmatismus: "Jeder kann frei entscheiden, was er konsumiert." Als Winzer müsse man sich dem Markt anpassen, die Produktion reduzieren oder was anderes auf den Flächen anbauen.

Winzer macht mit beim "Dry January"

Wolfgang Gabel aus Herxheim am Berg (Kreis Bad Dürkheim) hat die Leitung des Weinguts schon an seinen Sohn übergeben. Der setzt auch auf den Export von Weinen, nach Skandinavien, England oder Irland. "Da sind die Chancen da", sagt Gabel. Angesprochen auf den Dry January, also den Aufruf, im Januar keine Alkohol zu trinken, lacht Gabel: "Auf Anraten meiner Frau und meiner Tochter nehme ich auch teil." Es sei doch so: Wein solle Freude und Spaß machen. "Wir empfehlen Wein in Maßen. Man kann ruhig mal im Januar nix trinken, dafür freut man sich umso mehr hinterher auf ein schönes Glas Wein." Die Branche auf den Weinbautagen freuts, wenn es dann einer aus der Pfalz ist.

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Autor/in
Ulrike Brandt
Wohnungsbau in Ludwigshafen

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