Wetter spielte mit

Pfälzer Winzer erwarten Top-Weinjahrgang

Die Qualität der 2025er Weine soll sehr gut ausfallen. Die Erntemenge ist allerdings gering. Wie die Bilanz beim aktuellen Jahrgang aussieht.

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Stand

Von Autor/in Frank Schumann

Als im südpfälzischen Klingenmünster die Bilanz der Pfälzer Winzer zur Weinlese 2025 vorgestellt wird, kann sich der Experte Professor Ulrich Fischer vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) in Neustadt das Schmunzeln nicht verkneifen. "Einige Winzer mussten ihren Urlaub abbrechen, weil sie vom frühen Beginn der Lese überrascht wurden", erzählt der Professor aus dem Nähkästchen. Messungen seines DLR hatten ergeben, dass die Rieslingtrauben bereits am 25. August so reif waren, dass sie schleunigst für die Sektherstellung geerntet werden mussten. Für Sekte werden die Trauben immer etwas früher gelesen als für die Weine, damit der Sekt später nicht zu flach schmeckt.

Außergewöhnliches Wetter war gesund und brachte frühe "Turbo-Lese"

Die frühe Lese, die dann für die Pfälzer Winzer am 15. September bei allen Rebsorten schon endete, war nicht das einzig Außergewöhnliche im Weinjahr 25. Jürgen Oberhofer, der Experte für Weinberge, Böden und Trauben, ebenfalls vom DLR, betonte: "Ich bin jetzt schon 50 Jahre lang im Weinbau tätig, aber so etwas habe ich noch nie erlebt". Was er damit meinte: noch nie habe er einen Jahrgang in diesen 50 Jahren gesehen, der solch gesundes Lesegut hervorgebracht habe. "Die Winzer brauchten so gut wie keinen Pflanzenschutz", schwärmt er. Keine Pilzkrankheiten und keine Schädlinge haben diesmal den Trauben zugesetzt, ergänzt der Experte. Von Mai bis Anfang Juli war das Wetter extrem trocken und recht warm, das sei für das Wachstum optimal gewesen.

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Wermutstropfen sind die kleinen Beeren

Natürlich hatten die Trockenheit und Hitze auch ihre Kehrseite: die Erntemenge fällt im aktuellen Jahrgang recht mau aus. "Zwar gab es ganz viele Beeren, aber dafür auch ganz kleine", lautet die einfache Erklärung von Experte Oberhofer. Daher müssen die Pfälzer Winzer mit 30 Prozent weniger Traubenmost auskommen als im sogenannten langjährigen Durchschnitt. Unterm Strich landeten 180 Millionen Liter Most in den Pfälzer Fässern. In früheren Zeiten waren es schon mal bis zu 250 Millionen Liter. Die geringere Erntemenge trübt etwas die Stimmung unter den Winzern. Professor Ulrich Fischer gibt daher den "Weintrinkern", also den Kunden, den Tipp, schnell zu kaufen, wenn der 25er Jahrgang in den Flaschen abgefüllt ist. "Sonst könnte nix mehr da sein", scherzt er und ergänzt: dass die Menge weniger wird, bedeute nicht unbedingt, dass die Preise pro Flasche für die Verbraucher steigen.

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"Delle statt Krise" - bald weniger Fläche

Zuletzt war die Stimmung in der Winzerschaft eher schlecht. Aber die Experten waren sich beim Treffen in Klingenmünster einig: die meisten der 3.300 "Haupterwerbswinzer" werden weitermachen. Es sei eine "Delle" beim Weinabsatz aber keine "Krise", sagte der Pfälzer Weinbaupräsident Reinhold Hörner aus Hochstadt. Schließlich sei es in den vergangenen 15 Jahren "immer nur bergauf" gegangen und er habe davor gewarnt, dass es nicht "immer so weitergehe." Die Winzer müssten sich weltweit auf einen geringeren Weinkonsum einstellen. In Italien, Spanien und Frankreich sei die Situation für die Weinerzeuger noch viel schlechter als in Deutschland und der Pfalz. Klar ist aber auch, dass hierzulande die Rebfläche kleiner wird. Experten gehen bis 2030 von etwa 15 Prozent weniger Fläche aus. Für die Pfalz heißt das: es wird etwa 3.500 Hektar weniger Rebfläche geben. Aktuell liegt die Pfalz als zweitgrößtes Anbaugebiet bei mehr als 23.000 Hektar. Die nicht mehr bewirtschafteten Flächen könnten die Winzer anders nutzen, zum Beispiel für Nuss- und Mandelbäume.

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Werbung im Handel und im Ausland

Um die Pfälzer Winzer beim Verkauf zu unterstützen, will der Verein "Pfalzwein e. V.", den die Winzer mit einer Abgabe finanzieren, bestimmte Schwerpunkte setzen. Geschäftsführer Joseph Greilinger kündigte an, bei der Werbung den Einzelhandel ins Visier zu nehmen. Außerdem wolle der Verein dabei helfen, den Winzern neue Märkte im Ausland zu erschließen, zum Beispiel in Großbritannien mit einer Werbeaktion in London. In der Werbung bei den Händlern schließe man sich mit den Anbaugebieten Rheinhessen und Mosel zusammen. Ziel sei es die erwartete, gute Qualität der 25er Weine in der Pfalz besser zu vermarkten. Denn das lohne sich, sagt Professor Ulrich Fischer: "Wir werden bei Weiß- und Rotweinen elegante und fruchtbetonte Weine mit viel Erlebnis auf der Zunge bekommen, ohne dass es Alkoholbomben werden." Denn im Trend liegen weiterhin leichte Weine mit nicht zuviel Alkohol.

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