Angst vor sinkenden Verkaufszahlen

Ministerium gibt Moselwinzern Recht: Badstube ist jetzt eine Einzellage

Die Weine aus der Bernkasteler Badstube dürfen auch nächstes Jahr weiter unter diesem Namen verkauft werden. Dafür hatten sich Winzer vier Jahre lang eingesetzt.

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Von Autor/in Christian Altmayer

Die Bernkasteler Badstube zählt zu den bekanntesten Weinlagen an der Mosel - idyllisch gelegen oberhalb von Bernkastel-Kues mit herrlichem Blick ins Moseltal. Und auch künftig darf sie ihren traditionsreichen Namen behalten.

Das rheinland-pfälzische Landwirtschaftsministerium hat zugestimmt, dass die frühere Großlage "Bernkasteler Badstube" künftig als Einzellage geführt werden darf. Für die Winzer vor Ort ist es ein Tag zum Feiern.

Kein neuer Name auf den Etiktten nötig.
Nach der Entscheidung des Ministeriums brauchen die Winzer keinen neuen Namen auf die Etiketten zu drucken.

Für die Winzer endet damit ein vierjähriger, bürokratischer Hürdenlauf.

Jurist Hans-Hermann Kocks hat die Winzer in dem Verfahren vertreten. "Für die Winzer endet damit ein vierjähriger, bürokratischer Hürdenlauf", erklärt er.

Neues Gesetz hätte neuen Namen vorgeschrieben

Hintergrund ist das neue Weinbezeichnungsrecht, das nächstes Jahr in Kraft tritt. Es schreibt vor, dass sogenannte Großlagen wie die Badstube künftig das Wort "Region" im Namen tragen müssen.

Für die Winzer hätte das bedeutet: Ihre "Bernkasteler Badstube" hätte künftig unter dem Namen "Region Badstube" vermarktet werden müssen.

Hans-Hermann Kocks freut sich, dass das lange Verfahren endlich zuende ist.
Hans-Hermann Kocks freut sich, dass das lange Verfahren endlich zu Ende ist.

Sie hatten aber Sorge, dass dann der Preis für den Wein einbrechen würde. Denn bislang wurde die Badstube, die gerade einmal 50 Hektar umfasst, wie eine sogenannte Einzellage vermarktet.

Das Wörtchen "Region" im Namen würde Weinkennern aber suggerieren, dass es sich um einen Gebietswein handelt, dessen Herkunft nicht eng abgegrenzt werden kann. Demzufolge wären die Kunden auch nicht mehr bereit, pro Flasche zwischen 15 und 35 Euro auszugeben.

Winzer mussten Preisverfall nachweisen

Letztlich mussten die Winzer dem Ministerium das aber nachweisen. Sie sammelten deshalb 52 Stellungnahmen von Kunden und Weinhändlern aus der ganzen Welt. Und diese Schreiben hatten dann letztlich den Ausschlag gegeben, dem Antrag zuzustimmen, heißt es bei der Winzerinitiative.

Die Badstube taucht schon auf alten Karten auf.
Die Badstube taucht schon auf alten Karten auf.

Mit dem Bescheid des Ministeriums wird die Großlage "Badstube" aus der Weinbergsrolle gestrichen. An ihre Stelle tritt eine neue, klar abgegrenzte Einzellage - ebenfalls mit dem Namen "Badstube".

Sie setzt sich aus zwei bislang eigenständigen, weniger bekannten Einzellagen zusammen: "Bratenhöfchen" und "Matheisbildchen".

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Christian Altmayer
Foto von Christian Altmayer, Redakteur bei SWR Aktuell im Studio Trier

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