Wie Polizeipräsidium Rheinpfalz und Staatsanwaltschaft Frankenthal am Freitag mitteilten, hatten Beamte der Kriminalpolizei Ludwigshafen die 43-jährige Frau und den 61-jährigen Mann mehrere Wochen lang im Visier, bevor sie beide am Freitag vor einer Woche in Pirmasens festnehmen konnten.
Schockanrufe in der Pfalz: 150.000 Euro in einer Woche erbeutet
Demnach wird das Paar verdächtigt, zwischen dem 4. und dem 11. Juni in der Vorder- und Südpfalz als Teil einer Telefonbetrüger-Bande aktiv gewesen zu sein. Die Bande soll drei Opfer mit Schockanrufen um Bargeld, Schmuck und andere Wertsachen im Gesamtwert von etwa 150.000 Euro betrogen haben.
Telefonbetrüger in der Pfalz geben sich als Polizisten aus
Die Betrugsmasche: Die Täter gaben sich am Telefon als Polizeibeamte aus und behaupteten, dass ein Familienangehöriger einen Unfall hatte, bei dem eine Person getötet worden sei. Im Anschluss forderten sie die Anrufer auf, ihnen eine Kaution zu übergeben, damit die Angehörigen nicht ins Gefängnis müssen. Dabei verloren die Geschädigten etwa 150.000 Euro.
Ermittler beobachten Telefonbetrüger bei Geldübergabe
Die Kripo kam dem Betrügerpaar auf die Spur und beobachtete es. In Pirmasens konnten die beiden dann vor einer Woche auf frischer Tat bei einer Geldübergabe ertappt werden. Als Beamte die Frau und den Mann festnehmen wollten, versuchten sie mit einem Auto zu fliehen.
Verfolgungsjagd in Pirmasens mit demoliertem Auto
Es kam zu einer Verfolgungsjagd, bei der der Fluchtwagen mit einem Polizeiauto zusammenstieß. Im Anschluss ließen sich beide Tatverdächtige widerstandlos festnehmen, so die Ermittlungsbehörden. Im Auto des Paares stellte die Polizei die Beute aus der Übergabe in Pirmasens sicher: Goldschmuck im Wert von mehreren tausend Euro.
Wohnungen in Mainz und Ludwigsburg durchsucht
Die Polizei durchsuchte auch zwei Wohnungen. Eine Ferienwohnung in Mainz, die die Tatverdächtigen gemietet hatten und deren gemeinsame Wohnung im Landkreis Ludwigsburg in Baden-Württemberg. Dabei fanden die Beamten umfangreiche Beweismittel, so Staatsanwaltschaft und Polizei.
Am Samstag habe ein Haftrichter auf Antrag der Staatsanwaltschaft Frankenthal einen Haftbefehl gegen die 43-Jährige und den 61-Jährigen erlassen. Demnach stehen sie unter dem dringenden Tatverdacht des gewerbsmäßigen Bandenbetrugs und der Erpressung. Im Anschluss wurden die beiden in unterschiedliche Gefängnisse gebracht.
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Polizei Ludwigshafen ermutigt andere Opfer, sich zu melden
In diesem Zusammenhang rufen die Ermittler alle Opfer von Telefonbetrügern auf, sich unbedingt bei der Polizei zu melden. Die Geschädigten seien psychisch oft stark belastet. Viele würden sich scheuen, die Polizei einzuschalten, aus Scham, auf die heimtückischen Maschen der Täter reingefallen zu sein. "Dabei sollte eins klar sein: Sie sind nicht allein. Sie haben sich auch nicht leichtfertig "übers Ohr hauen lassen". Denn die Täter agieren äußerst trickreich und skrupellos. Dabei passen sie ihre Gesprächstaktiken und Vorgehensweisen ständig an."
Ludwigshafen: Beratung für Opfer von Telefonbetrug
Opfer von Straftaten und deren Angehörige könnten sich vertrauensvoll an die Opferschutzberatung der Polizei wenden unter Telefon: 0621 963-21160. Dort erhalten sie Unterstützung, Beratung und Tipps, wie sie das Erlebte bewältigen können sowie Informationen zu weiteren Hilfeeinrichtungen und Opferrechten.