Der Startschuss für eine groß angelegte Modernisierung der Südpfalz-Kaserne war 2016 gefallen, seitdem zieht es sich. Zwei neue Gebäude für die Soldatinnen und Soldaten sind gebaut. Ein Sanitätshaus ist zwar seit zwei Jahren fertig, kann aber wegen Baumängeln nicht genutzt werden.
Auf der To-do-Liste für das Luftwaffenausbildungsbataillon steht laut Kasernen-Kommandant noch einiges: Weitere Unterkünfte, Küchen- und Zentralgebäude, Kasino, Waffenkammer und neue Strom-, Gas- und Wasserleitungen soll es noch geben.
Pistorius: "Wollen mehr Tempo bei der Infrastruktur"
Nach einem Rundgang über das Gelände in Germersheim sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD): "Wir wollen mehr Tempo bei der Infrastruktur". Er kündigte dafür ein Gesetz im Herbst an. Regeln für den Bau sollen vereinfacht und Prozesse beschleunigt werden, zum Beispiel durch den Einsatz von Generalbauunternehmen.
"Wir investieren hier am Standort in Germersheim rund 100 Millionen Euro", sagte Pistorius. Frisches Geld ist das nicht, die Investitionen sind schon länger eingeplant. Am Standort hofft man nun, in sieben bis acht Jahren mit der Generalüberholung des Geländes fertig zu sein.
Moderne Kaserne soll Rekruten anlocken
Eine moderne Kaserne soll in Germersheim auch neue Soldaten und Soldatinnen anlocken. Die werden dringend gebraucht, um Pistorius‘ Pläne für einen neuen Wehrdienst umzusetzen. "Wenn der Wehrdienst so erfolgreich und attraktiv wird, wie wir das glauben, werden wir ohne große Mühe 25.000 bis 30.000 junge Leute in jedem Jahr im Schnitt gewinnen, die diesen Wehrdienst leisten", so Pistorius.
Ein Pluspunkt, um junge Leute für die Bundeswehr zu gewinnen, soll auch eine zeitgemäßere Ausbildung sein. So wie in Germersheim, lobte der Verteidigungsminister.
Bundeswehr lernt Umgang mit Drohnen
Seit Anfang Juli werden in der Südpfalz-Kaserne die Rekruten und Rekrutinnen auch im Umgang mit Drohnen geschult. Konkret: Wie man Drohnen benutzt und auch abwehrt. Der russische Angriffskrieg in der Ukraine hat gezeigt, dass die Bundeswehr auf dem Gebiet dazulernen muss.
Bei seinem Kasernen-Rundgang, den Pistorius zusammen mit Generalinspekteur Carsten Breuer am Donnerstag machte, hatte er sich kurz zeigen lassen, mit welchen Drohnen am Standort geübt wird. "Wir haben zehn Drohnen", sagte der Ausbilder. "Das ist zu wenig", antwortete Pistorius. Auch bei diesem Punkt gebe es Nachholbedarf in Germersheim.