Karl-Heinz Usinger leitet seit Jahren das Repaircafé in Speyer. 2018 hatte es sogar den Umweltpreis der Stadt erhalten. Jeder kann sein kaputtes Gerät zu festgesetzten Terminen den Ehrenamtlichen dort bringen.
Repaircafés werden von Elektro-Fachleuten in Pension, von Bastlern oder passionierten Elektronikern ehrenamtlich betrieben. Sie versuchen die Geräte, die Kunden bringen, zu reparieren: gegen eine Spende und die Ersatzteil-Kosten.
Bisher sind Reparaturen von vielen Geräten wie Toastern, Kaffeemaschinen oder Handys und Tablets sehr schwierig, denn die Gehäuse dieser Geräte sind oft verschweißt und nicht zusammengeschraubt. Oder sie haben Plastik-Clips, die beim Öffnen leicht abbrechen können. Dann lässt sich das Gerät nach einer Reparatur nur schlecht wieder verschließen.
Leichter aufzuschrauben, mehr Ersatzteile
Die Initiativen erhoffen sich von dem Gesetz, dass Geräte in Zukunft besser aufzuschrauben sind und dass man besser an Ersatzteile kommt. Diese müssen Hersteller jetzt deutlich länger vorhalten, wenn ein Gerät vom Markt genommen wird.
Für eine Waschmaschine müssen zehn Jahre lang Ersatzteile beim Hersteller bestellbar sein, bei Smartphones sieben Jahre lang. Ob nur Fachwerkstätten die Teile bekommen, oder auch Reparaturcafés sie bestellen können, ist aber noch nicht absehbar.
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Erwartung: Hersteller-Reparaturen werden teuer bleiben
Einzelne der Verantwortlichen für Reparatur-Cafés in der Pfalz wünschen sich, dass das Gesetz noch genauer gefasst wird. So steht dort beispielsweise, dass die Hersteller Reparaturen zu einem angemessenen Preis anbieten müssen. Was darunter zu verstehen ist, bleibe offen.
Alle sind sich aber sicher, dass diese Reparaturen teurer sein werden, als wenn man die Dienste der Cafés in Anspruch nimmt. Daher werden diese sicherlich auch künftig gebraucht werden.