19 Uhr und Minus 5 Grad vor dem zugefrorenen Freibad der Salinarium-Therme in Bad Dürkheim. Vier junge Nachwuchskräfte sollen den Ernstfall üben. Was, wenn gerade jetzt bei den kalten Temperaturen Menschen das Eis im Weiher überschätzen und einbrechen? Die zu retten, ist Teil der Ausbildung, um aktiv bei der Freiwilligen Feuerwehr mitzumachen.
Polizist und Notfallsanitäterin wollen zur aktiven Wehr der Freiwilligen Feuerwehr
Unter ihnen ist der 19-jährige Lukas Klemm. Neben seinem Studium als angehender Polizist will er ehrenamtlich nun auch Leben retten. "Ich bin auf jeden Fall ein bisschen aufgeregt vor der Eisrettungsübung", so der 19-Jährige. Und auch Anika Schmitt ist dabei. Mit 41 Jahren will sie jetzt auch im Ehrenamt helfen. Neben ihrem Beruf als Notfallsanitäterin.
"Komisches Gefühl im Eis einzubrechen"
Sie ist die Erste, die bei dieser Übung das Opfer spielt. Dafür zieht sie den "Überlebensanzug" an. Damit sie die kalten Temperaturen im zugefrorenen Freibad nicht spürt. Mit einem Eispickel hackt sie ein Loch - von allein will das Eis heute einfach nicht knacken. "Komisches Gefühl gleich ins Eis zu gehen, ein bisschen Respekt habe ich", so Anika Schmitt.
Auch der Ehrenamtler Lukas Klemm schlüpft in den Überlebensanzug. Als Retter will auch er nicht im Eis erfrieren, sollte die Übung schief gehen.
Wehrleiter Boris Ronstadt ist froh über den Wintereinbruch in der Pfalz: "Gerade für solche Dinge ist das Wetter super. Man sieht es ja auch viele Kinder, die Spaß haben, was natürlich wieder die Gefahr erhöht, von Einbrüchen ins Eis", so Ronstadt. Deshalb sei das Üben der Eisrettungen wichtig. In der Pfalz gab es zuletzt für die Freiwillige Feuerwehr Bad Dürkheim glücklicherweise keine Einsätze.
Auf dem Eis in gebückter Haltung Leben retten
Auf einem roten Surfboard-ähnlichen Rettungsgerät kämpft sich Lukas vom Freibadbeckenrand zur Einbruchstelle vor. Das macht er in gebückter Haltung, damit er nicht auch auf dem Eis einbricht. Das Board hilft dabei, Personen leichter aus dem Eis zu ziehen. Für Lukas ist es trotzdem anstrengend. Er kennt nur die Theorie und muss die jetzt in die Praxis umsetzen.
Lukas hat die Übung trotzdem gemeistert. Jetzt dürfen noch die drei anderen künftigen Lebensretter auf die Eisfläche.
Die Rettung im Freibadbecken sieht zwar locker aus, ist aber mit der Realität nicht vergleichbar. Deshalb warnt Wehrleiter Boris Ronstadt vorm Eislaufen auf Weihern, auch, wenn die Verlockung groß ist: "Ich würde es lassen. Wenn es Eisflächen gibt, die freigegeben sind von der Gemeinde, dann kann man das machen. Aber die meisten Eisflächen in der Region sind nicht freigegeben, deswegen: Safety First!", so der Wehrleiter.
Lieber auf Nummer Sicher gehen und nicht einfach so raus aufs Eis! Damit die Übung für Lukas und Anika nicht bald zur Realität wird.