"Sie sind gekommen, um zu bleiben"

Bürger in Landau besorgt: Was tun gegen Ameise Tapinoma magnum?

Sie ist eine Plage: die Tapinoma magnum. Die Ameisen-Art ist invasiv und aggressiv - und breitet sich zunehmend in Landau und der Pfalz aus.

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Stand

Von Autor/in Anna Flörchinger

Im Landauer Stadtteil Godramstein versammelten sich am Dienstagabend gut 150 Menschen im Gemeindehaus. Im Publikum: Betroffene und Besorgte. Auf der Bühne: Ameisen-Experten. Denn die Tapinoma magnum, eine invasive Drüsenameise, breitet sich immer weiter in Landau und der Pfalz aus.

Sie sind gekommen, um zu bleiben.

Deswegen hatte die Stadt Landau eine Info-Veranstaltung angeboten. Der Biologe Manfred Verhaagh erklärte gleich zu Beginn: sie, die Ameisen, seien gekommen, um zu bleiben.

Aggressive Ameisenart seit 2009 in der Pfalz

Gekommen sind sie in die Pfalz bereits 2009. Da wurde die Tapinoma magnum zum ersten Mal entdeckt. Die Drüsenameise kommt aus dem Mittelmeerraum – vermutlich ist die Art durch den Handel von nicht-heimischen Baumarten, wie etwa Feigenbäumen, in Gartencentern oder Baumschulen eingeschleppt worden, erklärt Verhaagh.

Frustrierte Anwohnerinnen und Anwohner

Jeden Morgen um sieben stehe ich auf und gieße die Ameisen mit heißem Wasser. Das hilft vielleicht zwei Stunden.

In Landau-Godramstein plagt die Ameisenart viele Anwohnerinnen und Anwohner. Eine Frau sagt, sie sei täglich mindestens eine dreiviertel Stunde mit den Ameisen beschäftigt: "Jeden Morgen um sieben stehe ich auf und gieße die Ameisen mit heißem Wasser. Das hilft vielleicht zwei Stunden."

Die Ameisen würden überall in ihrem Garten sein, im Frühjahr waren sie sogar im Esszimmer. Sie bilden lange "Ameisenstraßen" – auch daran kann man sie gut erkennen. Bei der Anwohnerin hatten sie sich durch das Mauerwerk gearbeitet und waren in das Haus eingedrungen. Auf jeder Fensterbank hat die Godramsteinerin Köderfallen gestellt. Mittlerweile hätte sie die Ameisen aus dem Haus vertrieben.

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Die Ameisenart Tapinoma Magnum breitet sich in der Pfalz immer weiter aus. Bei der Bekämpfung unterscheiden sich die Maßnahmen von Ort zu Ort. Edenkoben setzt auf Pulver.  

Ameisen mit Kieselgur bekämpfen

Auch der Experte Verhaagh bestätigt: "Sobald sie eine Schwachstelle finden, sind sie im Haus." Besonders bei sandigem Untergrund oder Baumaterial tummeln sich die Kolonien. Eine hilfreiche Bekämpfung ist Kieselgur-Puder. Diesen kann man als Blockade um befallene Bäume legen, muss ihn aber immer wieder nachziehen.

"Stadt Landau soll endlich handeln"

Es vergeht kein Tag seit Wochen, an dem wir uns nicht mit diesem Thema beschäftigen.

Auf der Info-Veranstaltung in Godramstein ist der Frust groß. Der Stadt Landau wird vorgeworfen, nicht koordiniert genug vorzugehen und städtisch befallene Stellen nicht schnell genug zu bekämpfen.

Oberbürgermeister Dominik Geißler (CDU) widerspricht: "Es vergeht kein Tag seit Wochen, an dem wir uns nicht mit diesem Thema beschäftigen."

Zudem sei die Zuständigkeit nicht ganz klar: auch der Experte Verhaagh fordert den Bund auf, zu handeln. Die Tapinoma magnum ist bisweilen nicht als invasive Art gelistet. Biologisch sei sie in Deutschland jedoch sehr wohl invasiv.

OB: Müssen mit der Ameise auch in Zukunft leben

Doch: damit eine Art auf EU-Liste der invasiven Arten kommt, darf sie in keinem EU-Land heimisch sein. Die Forschung geht jedoch davon aus, dass die Tapinoma magnum in Italien zu Hause ist. Das mache es schwer, die Ameise auf die Liste setzen, erklärt Biologe Verhaagh.

Wäre die Tapinoma magnum auf dieser Liste, könnten Kommunen schneller handeln, argumentiert die Stadt. Dennoch versicherte Geißler den besorgten Bürgerinnen und Bürger: "Wir hören Sie." Man werde sich um eine koordinierte Bekämpfung auf öffentlichen Plätzen und Privatgrundstücken kümmern.

Doch, auch Geißler weiß: "Ich darf keine falschen Hoffnungen machen. Diese Ameisen werden wir nicht komplett vernichten." Die Stadt Landau hat deswegen auch alle Information zu Tapinoma magnum auf "Mitreden in Landau" hochgeladen.

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