Im Forstrevier Herxheim-Queichwaldungen in der Rheinebene beobachtet Förster Niklas Dengel den Zustand der Bäume mit einem mulmigen Gefühl: "Also, aktuell ist es erschreckend, wenn man durch den Wald fährt oder läuft. Braune Blätter liegen auf den Wegen, man fühlt sich einfach wie im Herbst, wie im Oktober, und dafür ist es einfach noch zwei Monate zu früh."
Ursache für den Laubabwurf ist der Hitzestress. Viele der Bäume leiden seit Wochen unter der Hitze, und das ist nicht der erste heiße Sommer. Die Blätter werden abgeworfen, um das Verdursten der Bäume zu verhindern. Das sind die sichtbaren Schäden. Niklas Dengel berichtet außerdem von abgestorbenen Feinwurzeln: Das sind die, mit denen der Baum Wasser aufnimmt. In längeren Dürreperioden sterben die ab.
Hitze in der Westpfalz Junge Bäume vertrocknen: Förster in Sorge um den Pfälzerwald
Die Dürre der vergangenen Wochen hat dem Pfälzerwald zugesetzt. Förster Florian Kemkes – zuständig für den Wald in Pirmasens und Kaiserslautern – sieht häufiger werdende Trockenjahre als große Herausforderung für die Bäume.
Der Baum kann dann noch eine Weile überleben und es fällt erst gar nicht groß auf. Irgendwann kippen die Bäume aber einfach um. Wie sich solche Schäden auf die nächsten Jahre und auf den ganzen Wald auswirken, sei noch ungewiss, so der Förster.
Drei Wochen Regen brauchen die Wälder jetzt
Alle Förster freuen sich wohl über das regnerische Wetter aktuell. Auch Niklas Dengel, der den Regen aktuell aber als "Tropfen auf den heißen Stein" beschreibt. Es bräuchte jetzt mindestens zwei bis drei Wochen Regen, bis sich die Bodenspeicher wieder auffüllen. Der Regen aktuell verdampft von der Oberfläche wieder zu schnell und sickert nicht ein.
Es bräuchte auf jeden Fall mal zwei, drei Wochen, um wirklich merkbar den Wasserspeicher wieder aufzufüllen.
Neue Baumarten als Antwort auf den Klimawandel
Niklas Dengel setzt verstärkt auf Mischwälder und testet Baumarten, denen ein besseres Durchhaltevermögen bei Hitze und Wassermangel zugeschrieben wird. Dazu gehören neben heimischen Eichen auch Arten aus anderen Regionen der Welt, wie Asien oder Nordamerika. Das alles sei aber echtes Probieren, weil vieles noch nicht bekannt ist.